![]()
Thomas Böhme
geb. 1955 in Leipzig, 1981-1984 Studium am Literaturinstitut "Johannes R. Becher", Mitglied des PEN-Zentrums und Mitglied der Freien Akademie der Künste Leipzig, lebt in Leipzig
Veröffentlichungen (Auswahl)
Mit der Sanduhr am Gürtel, 1983; Die schamlose Vergeudung des Dunkels, 1985; stoff der piloten, 1988; Die Einübung der Innenspur, 1990; ich trinke dein plasma november, 1991; ballett der vergesslichkeit, 1992; vom fleisch verwilderte flecken, 1995; heimkehr der schwimmer, 1996; manessischer ikarus, 1996; Geruch des Gastes, 1996; Die Zöglinge des Herrn Glasenapp, illustriert von Christoph Meckel, 1996; Schwarze Archen, ERATA 2003 (auch als Hörbuch); Balthus und die Fchse: drei obskure Novellen, 2004; Nachklang des Feuers. Gedichte, 2005; Widerstehendes, Fotografie & Prosastücke, ERATA 2007
Stimmen zum Autor
"Die Schauplätze der magischen Minaturen wechseln von Nordafrika nach Italien und dann plötzlich wieder ins Nirgendwo. Fiktion und Realität verfließen in dieser Prosa zu faszinierenden Mustern. Böhmes geheimes Hauptthema ist die Pubertät, jener Lebensabschnitt also, in dem die Geschlechtlichkeit erwacht, in dem Knaben zwischen Gefühlsextremen schwanken." (Ulf Heise)
"Gleich, wovon Böhmes Erzählungen handeln - eine große Heiterkeit geht von ihnen aus, getragen wohl von einem neugierigen und bewundernden Blick auf die überraschende Vielfältigkeit und Abenteuerlichkeit des Lebens." (Helmuth Kiesel, Frankfurter Allgemeine Zeitung)
"In den Schwarzweißbildern von Böhme ist die Schönheit des Augenblicks, der nur einen Klick lang gilt. Thomas Böhme hat eine ästhetische Form gefunden, die sich fürs bloße Begaffen nicht eignet." (Bernd Heimberger, Berliner LeseZeichen)
"Eine der schönsten Geschichten vom Führen und Verführen - auch zur Kunst -, die der deutschsprachigen Literatur zugute kommt. Apropos Junge! 'Schwarze Archen' hat der Schriftsteller mit seinem Fotozyklus 'Jungen unterwegs' 'illustriert'. Die Serie bestätigt: Sehen, wie der Schriftsteller, heißt, mehr zu sehen, als gewöhnlich gesehen wird." (Bernd Heimberger)
"Thomas Böhme spürt den Morbiditäten falsch verstandener Männlichkeit nach, die er im gleichen Atemzug zu rehabilitieren versucht. Seine Geschichten - aus der Perspektive des Träumenden erzählt, des Reisenden, der sieht, ohne sich vom Fleck zu bewegen - bergen soziale Radikalität, die sich als philosophischer Science fiction verstehen läßt. Der Leser scheitert an dem Versuch, sich in der Idylle einer untergegangenen Welt gemütlich einzurichten. Nicht zuletzt nimmt er die Spielregeln des routinierten Literaturbetriebes satirisch aufs Korn." (Viktor Kalinke)
"Das Fotografieren ist ein Faible von Thomas Böhme. Immer ein persönliches
Faible, das dann doch nicht privat bleibt. Mit der Publikation "Jungen
vor Zweitausend" präsentierte sich der fotografierende Schriftsteller
erstmals der Öffentlichkeit. Nun ist der Band "Widerstehendes"
da. Der ist keine beliebige Fortführung. Die Poesie der Farbfotos, die Philosophie
der Texte machen den Bild-Wort-Band zu einem Böhme-Buch der unvergleichbaren
Art. Jedes Foto ist das Foto eines Menschen, dessen Augensinn ungetrübt
ist. Jedes Wort ist das Wort eines Menschen, der keine Vokabel vergeudet.
Jedes Foto, jedes Wort ist für Menschen, die, sehend, nicht übersehen, die,
lesend, nicht überlesen. Sehen heißt, zu sehen, daß nichts nichtig ist.
Kein zerfallendes Wagenrad, kein bröselnder Balken, keine rostzerstörte
Leuchte, keine ausgediente Bahnhofsuhr. Lesen heißt, sich beteiligen zu
lassen an den Geschichten der "gestorbenen" Gegenstände, die ein
Nach-Leben haben. Ein Nach-Leben, das nur die Seher wahrnehmen. Ein Nach-Leben,
an dem nur die phantasievollen Leser teilnehmen." (Bernd Heimberger,
04 / 2007)
