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Thomas Kunst

geb. 1965 in Stralsund, Mitarbeiter der Deutschen Bibliothek, 1996 Dresdner Lyrikpreis, 2003 Aufenthalt an der Villa Massimo Rom, 2004 F.-C.-Weiskopf-Preis der Akademie der Künste Berlin, lebt in Leipzig


Veröffentlichungen (Auswahl)

Besorg noch für das Segel die Chaussee. Gedichte, Leipzig 1991; Die Verteilung des Lächelns bei Gegenwehr. Gedichte, Leipzig 1992; Der Schaum und die Zeichnung vom Pferd. Gedichte, Berlin 1998; Rein theoretisch adieu. Hörbuch, ERATA 2002; Was wäre ich am Fenster ohne Wale. Gedichte, 2005; Sonntage ohne Unterschrift. Roman, 2005; außerdem vertreten in der Anthologie Erst die Linke, dann die Rechte, ERATA 2000

Stimmen zum Autor

"Thomas Kunst hat Texte geschrieben von unglaublicher poetischer Intensität – diese Texte sind selbst schon Musik!" (Ralf-Ingo Ebert)

"Die Lyrik des Thomas Kunst vermittelt das Gefühl der Sympathie mit den stummen Dingen - immer wieder kommen sie auf seine Subjekte zu und setzen diese erst in Bewegung - vermitteln ein Gefühl der Zusammengehörigkeit aller Körper in dieser irdischen räumlichen Welt, als bestünde der Körper dieses Dichters aus lauter Chiffren, die ihm alles aufschließen." (Jürgen Serke, DIE WELT)

"...Von geheimnisvollen Weltgegenden und noch geheimnisvolleren Frauen ist die Rede. Sind es reale Figuren oder Imaginationen des Erzählers? Auch das ist letztlich nicht wichtig, denn die Gesetze der Wirklichkeit sind hier außer Kraft gesetzt. (Sabine Doering, FAZ)

"Fließend und an den Rändern so unscharf, wie es Erinnerungen sind. Man brauchte Zeugen, um zu wissen, ob etwas wirklich gewesen sei oder nicht." (Alban Nikolai Herbst, DeutschlandRadio, Büchermarkt)

"Geperlte Metaphorik, Wellenbewegung von Motivübergleitungen, Synkopie erotisierender Verhaltenheit. Die taktvolle Inszenierung dieser Raffinesse ereignet sich als Wortlust, die Körperzeichen so zu umfließen vermag, daß das Magische taktil wird und den Leser anfaßt. Molekulare Wahrnehmung, Bildreste kindheitsher, ozeanische Attitüde, überführt in tänzelnde Anrede, schließliches Schragen kühn auseinandergebogener Bedeutungshalte: das sedimentiert Schicht für Schicht den Tönungsleib dieser Gedichte. Viele von ihnen verführen an südliche Gestade, in lachsrosa Nächte mediterraner Hafenstädte. Wie kaum einer in der deutschsprachigen Gegenwartsdichtung perfektioniert dieser Lyriker die Kunst, prägnante thematische Durchführung, kontrapunktische Störfiguren und fintenreiche Materialvariation in herangeatmete Ligaturen einzubinden." (Peter Geist, Berlin)

"Wie ein feines Gewebe umspinnt die Musik die Zeilen, führt zu den Worten hin und geht behutsam, Klang für Klang, auch eigene Wege, erarbeitet sich einen Status neben der Sprache, bricht immer wieder frech und überraschen durch die Zeilen, wird eigenständiger Bestandteil." (Leipziger Volkszeitung, 02-2003)

 


Textprobe
aus: Erst die Linke, dann die Rechte

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Gespräch mit Thomas Kunst