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Esther Tusquets

geb. 1936 in Barcelona, Studium der Philosophie und Literatur, Leiterin des Verlags Lumen, Romane und Erzählungen, mehrfache Gewinnerin des City of Barcelona Award, ihre Arbeiten wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt

Veröffentlichungen in deutscher Übersetzung

Sieben Mädchenblicke auf dieselbe Landschaft. Erzählungen, aus dem Spanischen von Susanne Detering, ERATA 2008

Stimmen zu Esther Tusquets und ihrem Buch

"Vom Katalonien-Schwerpunkt der Frankfurter Buchmesse 2007 war sie – wie andere international anerkannte Autoren ihres Kulturkreises – ausgeschlossen, als Strafe dafür, dass sie zwar Katalanisch spricht, aber Kastilisch schreibt, und das auch noch unverwechselbar gut ... Wer etwas über das Barcelona der Finanz- und Handelsbourgeoisie aus der Perspektive einer Frau erfahren will, die aus ihr hervorgegangen ist, sich später aber von ihr emanzipiert hat und eine der angesehensten Verlegerinnen Spaniens, dazu eine seiner besten Autorinnen wurde, der lese Esther Tusquets ... Alle diese Texte haben neben dem psychoanalytischen auch einen um Erlösung ringenden Charakter. Obwohl die reale Esther Tusquets sich gewiss nicht mehr an die Religion der Kindheit gebunden fühlt, sind ihr doch die Exerzitien des «In-sich-Gehens» vertraut. Dies schlägt sich auch in dem ganz besonderen Stil nieder, der alle ihre erzählenden Texte auszeichnet: schier endlose, durch zahlreiche Parenthesen, Nebengedanken und Assoziationen wogende Sätze. Erst wenn man sich ihnen anvertraut wie den endlosen Wellen des Meeres (der Vergleich wird schon im ersten Werktitel nahegelegt), merkt man, dass diese Sprache, weit davon entfernt zu verdunkeln, Klarheit schafft im Labyrinth der Seele, das sie zu ergründen sucht. Erst dann merkt man auch, worin Esther Tusquets' eigentliche Stärke liegt: nicht so sehr im dezidierten «Frauenstandpunkt» ihrer Erzählungen (wofür sie anfangs vor allem in amerikanischen Gender-Studies gefeiert wurde); nicht im Eintreten für weibliche Emanzipation und nicht einmal in der Missachtung sexueller Tabus, auch wenn die sprachliche Leuchtkraft ihrer Liebesszenen ganz ungewöhnlich ist. Ihre Stärke ist vielmehr die Erfindung einer Sprache, die eine unerbittliche Introspektion ermöglicht und die nur ein echtes Ziel hat: die Aufrichtigkeit gegenüber sich selbst. Das veranlasst die Erzählerin, jeder Gedankenverbindung und jeder Reminiszenz skrupulös nachzugehen, und das ist auch der eigentliche Grund für die sprachliche Wellenbewegung und für die Unabschliessbarkeit des Selbstgesprächs. Was diese Form des In-sich-Gehens weiterhin auszeichnet und von einer religiös motivierten unterscheidet, ist die ständige Präsenz von Humor, Sarkasmus und Selbstironie, durch welche Beschönigungsversuche und Ansätze melodramatischer Übertreibung wieder auf den Boden der kritischen Vernunft zurückgeholt werden ... Insgesamt erscheint so das Werk von Esther Tusquets als eine einzige, nicht nur private, sondern auch soziale Psychoanalyse und ein Prozess der allmählichen Selbstfindung." Hans-Jörg Neuschäfer, Neue Zürcher Zeitung, 28. 2. 2009

“Während Esther Tusquets in Spanien als eine der angesehensten Gegenwartsautorinnen gilt, ist sie im deutschen Sprachraum weitgehend unbekannt geblieben. Unverwechselbar bleibt sie dabei immer durch ihren eigenen Stil: Suggestive Bilder steigern sich zu überbordender Sinnlichkeit und Sätze winden sich über viele Zeilen und Seiten wie durch ein Labyrinth, ohne dabei je den Faden zu verlieren. Immer wieder kehrt dabei das Dunkle, Nonverbale und Irrationale hervor - als eine spezifisch weibliche Art zu leben und zu lieben.” Katharina Deloglu, Buchkultur, Heft 93

"Much of what the author describes in Siete miradas en un mismo paisaje seems autobographical, yet her remarkables vignettes of y aoung girl's life habe a universal appeal which dannot fail to strike a responsive chord in the reader". World Literature Today

"Las historias de Sara están narradas en un estilo armoniosa una prosa de parrafos largos, con articulaciones blandas y suaves, impregnadas de un lirismo sensitivo." Pueblo Madrid

("Die Geschichten um Sara sind in einem wohlklingenden Stil erzählt, eine Prosa mit langen Absätzen, weichen und sanften Übergängen, durchtränkt von einem sinnlichen, lyrischen Ton.")

"La originalidad, una vez más, es patrimonio exclusivo de la autencidad. En Esther Tusquets, que empieza a publicar de pronto, hace cuatro anos de una manera tan feliz como pródiga, e inequivocamente irremediable, la originalidad y la autencidad la forma y el fondo, el amor y la muerte se conjugan como und poker, o mejor se desvelan, en sucesion armoniosa con ese vigor inefable que las cartas entonan cuando nos sale un "Solitario." Diario 16 Madrid

("Originalität wird hier wieder zum exklusiven Gut der Authenzität. Bei Esther Tusquets (...) werden Originalität und Authenzität, Form und Gehalt, Liebe und Tod wie im Poker in Einklang, oder besser gesagt zum Einsatz gebracht, und entwickeln sich in harmonischer Abfolge mit dieser unerschöpflichen Kraft, die die Karten vorgeben , wenn eine Patience aufgeht.")

 

Textprobe
aus: Sieben Mädchenblicke auf dieselbe
Landschaft

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