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Michael Goller
Labyrationen
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![]() Zimmer mit Panoramafenster |
Vita
| 1974 am 12. Februar in Karl-Marx-Stadt geboren | |
| seit 1988 | Beschäftigung mit Malerei |
| 1990 - 1994 | Berufsausbildung in Leipzig |
| 1994 - 1998 | Tätigkeiten als Lokaljournalist, Bauarbeiter, Presseillustrator, Werbegrafiker, Mosaikgestalter |
| 1995 - 1999 | Studium Medientechnik/ Multimedia in Mittweida, Diplom |
| 2000 | Lehrauftrag für Mediendesign an der Hochschule Mittweida - University of Applied Sciences |
| seit 1998 | freischaffend als Maler und Grafiker |
| lebt und arbeitet in Chemnitz | |
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Veröffentlichungen
2003 Labyrationen. Bilder und Gedichte, mit Mike Wassermann, Edition ERATA
2006 Das Malbuch. art fiction, mit Peter Piechaczyk, Edition ERATA
Stimmen zum Werk
“Landschaftsmalerei war stets ein wichtiger und wesentlicher Bestandteil
der Malerei, denn Landschaften sind steten Veränderungen unterworfen. Nachdem
kurz nach dem Kriege in den späten 40er- und den 50er Jahren die Landschaft
zunächst kein Thema der Malerei war ist sie seit den 60er Jahren wieder
ein wesentlicher Gegenstand vielfältiger künstlerischer Auseinandersetzungen.
Landschaftsmalerei heute bedeutet mehr denn je Freiheit im Spiel mit den
Formen. Wenn sich die verschiedensten Varianten der realistischen Darstellungsweisen
im Medienzeitalter auch vervielfältigt haben, bleibt es doch nur dem Blick
der Malerei überlassen, neue und vor allem sinnliche Bildwirklichkeiten
zu entdecken. Michael Goller geht es bei seiner Malerei nicht um das Zufällige,
sondern um die konkrete Form als das eigentlich Charakteristische und Symbolische
am Bild. Wie andere Maler auch nutzt Michael Goller dabei natürlich die
Landschaft als Freiraum zur Erkundung bildnerischer Experimente und neuer
Formversuche. Intensiv erlebt er Landschaft durch zahlreiche Spaziergängen
und Wanderungen in den Wäldern des Erzgebirges, in der näheren und nächsten
Umgebung. Gefiltert, auf Wesentliches reduziert und frei im Atelier variiert
können wir seine Landschaftseindrücke hier sehen. Schon auf den ersten Blick
sind diese Bilder nicht nur schöne Landschaften. Nach längerem Betrachten
stellen sich Fragen ein. Was bedeutet das alles? Versucht der Künstler nicht
auch gelegentlich, sein Unterbewusstes auf die Realität zu projizieren?
Viele Dinge, die wir in diesen Bildern zu erkennen glauben sind wahrscheinlich
Sinnzeichen: die Andeutung von Behausungen, der belaubte Baum, Felsen (oder
Fragmente von Hochhäusern?). Auch die Schriftzeichen, mit denen Michael
Goller auf oft seltsame Weise seine Bilder zusätzlich dekoriert. Diese typographischen
Symbole dienen Michael Goller zum besseren Verständlichmachens seines bildhaften
Denkens. Dass Michael Goller seine Bilder in letzter Zeit manchmal in Serien
schafft erscheint folgerichtig, wenn wir Landschaft richtig verstehen: Landschaften
zeichnen sich durch stete Umbildung aus, alles ist in diesen Prozess einbezogen.
Und es ist die menschliche Wahrnehmung, die diesen Wandel dokumentiert.
Der Künstler verleiht durch seine Gestaltung einem einzigen Augenblick Dauer.
Nicht mehr, nicht weniger. So wird Kunst durch Natur möglich. Wir, die Betrachter,
vollziehen diese Veränderungen in der Natur durch das Betrachten der Bilder
nach und erleben so eine andere, neue, leider nicht immer schönere Welt.
Wie oft in der Kunst geht es auch dem Maler Michael Goller um die Übereinstimmung
des Menschen mit der Natur, um den Ausdruck einer Sehnsucht nach unendlicher
Harmonie. Landschaftsmalerei - das ist auch für ihn eine Bildwelt mit weiten
Ausblicken ins Land wie uns die schmalen Landschaftsbilder zeigen, die in
diesem Jahr entstanden sind. Bei diesen Bildern folgt der Maler mit der
Perspektivwahl des extremen Querformates ganz bewusst menschlichen Sehgewohnheiten.
Es sind Bilder mit Bergen und dunklem Tann, das sind die Berge und Täler
des Erzgebirges mit schweigenden Wäldern wie bei den von Michael Goller
auch so genannten "Waldbildern". Das sind auch Bilder mit Schiffen
im Hafen, wie die "Boote", deren Bildaufbau noch die Strukturen
früherer, verworfener Bildfindungen verraten. Auch neuere Küstenlandschaften
sind zu sehen: das ist Malerei (Wie ich sie besonders mag): In der Natur
dient sie uns als Sinnbild menschlichen Daseins. Wahrscheinlich macht das
Gleichnishafte überhaupt erst den unnachahmlichen Reiz von Gemälden aus.
Der Betrachter empfindet Bilder ja ohnehin nicht nur als schöne Malerei,
er genießt nicht bloß Bildaufbau und Farbe, er sucht auch das Rätselhafte
zu ergründen und zu begreifen. Und da wird deutlich, dass Maler oft, auch
Michael Goller und vielleicht besonders er, Grübler sind, sich als Deuter
verstehen, denen die Natur nur den Vorwand dazu liefert, ganz persönliche
und existenzielle Gefühle, Gedanken, Ängste und Hoffnungen auszudrücken.
Michael Gollers Landschaftsbilder sind Orte der Erinnerung und mythische
Landschaften zugleich, die wir zu kennen scheinen und die uns doch fremd
bleiben. Ja, das ist der Grund dafür, dass wir, dass ich mich hingezogen
fühle zu seinen Bilder, da ich nicht Fertigwerden kann mit ihnen, da ich
immer etwas Neues, etwas noch nicht Erkanntes zu erkennen glaube. Denn ich
kann auf seinen Bildern auch die Nacht sehen. Sie ist blau.” (Bernd
Weise, Chemnitz)
“Unter dem Sinnbild ‘Säulenspiegel’ öffnen sich am Freitag, dem 1. September
2000 um 20 Uhr für wenige Stunden die Türen zum Atelier des Chemnitzer Künstlers
Michael Goller. Im Rahmen einer Performance präsentiert der freischaffende
Maler und Grafiker während dieser Sonderausstellung eine einmalige Gesamt-Dokumentation
ausgewählter Bilder und Objekte, die seit dem Einzug in das Dachgeschoss
der dort ansässigen Maschinenbaufabrik entstanden sind. ‘Die authentische
Atmosphäre des Fabrikgebäudes hat mich innerhalb meiner jetzigen Schaffensperiode
besonders inspiriert’, resümiert der Lehrbeauftragte für Mediendesign an
der Hochschule Mittweida. Nach seinem Wunsch will er aber auch die Besucher
mit einbeziehen. Aus dieser Vorstellung heraus wurde schließlich die Idee
zu einer etwas außergewöhnlichen Vernissage - einem Wechselspiel emotionaler
Impressionen und den ausgestellten Kunstwerken - geboren.
Der Titel der umfangreichen Exposition bezieht sich unter anderem auf die
symbolträchtige Verknüpfung seiner pastos-expressiven Malweise mit dem kommunikativen
Gedankenkonstrukt einer gemeinsamen Wirklichkeit im Einklang mit vertikal-räumlich
betonten Säulen. Die Reflexivität von Information, Wissen und Meinen in
unserer heutigen Informations- und Mediengesellschaft spiegelt sich nicht
rein zufällig auch in seinen Hauptwerken "intersolare- sowie interlunare
Kommunikation" wider. Hierbei bleibt durch die luminöse Farbwirkung
dennoch der intersubjektive Aspekt zur medialen Wahrnehmung - welche durch
die wachsende Skepsis einer flächendeckenden, operativen Fiktion geprägt
ist - stets gewahrt. Der Künstler, selbst Absolvent eines neuzeitlichen,
multimedialen Studiums, gilt trotz seiner Bewunderung für die modernen Medien
als leidenschaftlicher Maler. Innerhalb der strukturellen Verbindungen von
Schrift und Bild, die der Künstler in zahlreichen Werken anstrebt, spielen
besonders diese ausgeprägten Wechselwirkungen - ja mitunter sogar als kreativ
einzustufenden Einflussgrößen des doch allzu oft befremdenden Miteinanders
durch die kommunikative Vernetzung eine wesentliche Rolle. Die Überwindung
solch räumlicher Vertiefungen und geheimnisvoller Distanzen in unserer Geiststruktur
will der Chemnitzer mit Hilfe eines teilweise übersteigert-pastosen Farbduktus
sowie einer pulsierenden Transformation von konkreten Zeichen in eine Metaebene
des ungestörten Informationsflusses erreichen. Dabei ist das Ergebnis beim
Betrachter äußerst individuell einzustufen, da jeder Mensch oder auch Rezipient
die Realität ganz unterschiedlich aufnimmt, verändert und in Frage stellt.
Ziel soll es aber in jedem Falle sein, durch die hervorstechende Dialektik
in Michael Gollers Werken einen zielgerichteten dynamischen Prozess in Gang
zu setzen, der eine progressive Bündelung von visuellen Parametern bis hin
zu einer kommunikativ bedingten Wertigkeit bewirkt - die im rhythmischen
Wechsel von Bewegung und Stillstand
auch Rückfragen oder vielleicht sogar eine inhaltliche Diskussion möglich
machen soll. (Christian Gehe, Chemnitz)
“Die Welt der Symbole, der Piktogramme umgibt uns. ...Zeichen, die den
Eingang in die Formensprache der modernen Kunst auch im letzten Jahr des
2. Jahrhunderts bei Michael Goller fanden. Die Aufnahme von Zeichen und
Symbolen in der bildenden Kunst ist schon seit Anbeginn der Malerei zu sehen.
Besonders im 20. Jahrhundert aber spielen sie wieder eine besondere Rolle
in der Kunst. Altes Wissen wird damit immer wieder aktualisiert. Es haben
sich die Zeiten geändert, wohl aber nicht die Bedeutung von alten archaischen
Symbolen, wie uns Michael Goller auch in seinen Arbeiten zeigt. Der Medien-Designer
wurde 1974 in Chemnitz geboren. In seinen Arbeiten zeigt er uns zu einen
die alten Zeichen und Symbole, wie Spirale, Pfeil oder Linien, aber auch
neue Symbole und Zeichen eines modernen Zeitgeistes. Im expressiven Gestus
in Farben und Formen scheint er die Farbe geradezu pastos aufgetragen zu
haben. Es entstehen Bewegungen, Gegenbewegungen, ein Chaos auf der Leinwand,
das wieder zu einer Ordnung geführt wird in seinen Bildern, die angefüllt
sind Schrift und Zeichen... Eine Beziehung von Leben und Tod wird gezeigt,
wenn es direkt mit seinen Bildtiteln wie Leben solches direkt in der Form
der Schrift zeigt. Es ist Schrift, oder zuweilen Wortfetzen, die nicht gleich
lesbar sind, erst bei der Kommunikation mit dem Bild, sich dem Betrachter
erschließen. Diese Zeichen ergeben in seinen Arbeiten einen starken Kontrast.
Teilweise sind sie in die Haut der Leinwand geritzt und man denkt an die
alten Ritzzeichen an Wände der Höhlen. Oder an das moderne Graffiti, an
moderne Zeichen, die in Wände geritzt werden. ...Der neue Zeitgeist, der
Geist der Technik wird besonders in seiner Malerei gezeigt, wo er technische
Gegenstände mit in sein Bild hineinbaut. Der Kreis, der Lebenskreis des
Menschen des 21. Jahrhunderts wird bestimmt von Spulen, Leiterplatten, darauf
baut wohl die Kommunikation der Menschen. Über Technik wird sich verständigt.
So funktioniert Kommunikation. Neue Symbole, scheinen mehr und mehr die
alten zu verdrängen, dacht ich, als ich mich mit dieser Arbeit beschäftigte.
Aber der Kreis des Lebens dreht sich weiter und weiter. Neues wird mit alten
kombiniert und wir zum neuen Zeichen. Entdecken Sie, liebe Kunstfreunde,
die archaischen Zeichen, die Wirkung von Farben und Formen in dem Werk von
Michael Goller."
(Diana Henkel, Erfurt)







