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Michael Triegel
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![]() Auferstehung |
Vita
| 1968 | geboren in Erfurt |
| 1987 | Abitur |
| 1989 | Arbeit als Schrift- und Grafikmaler |
| 1990 - 1995 | Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig bei Arno Rink |
| 1996 | zwei Jahre Meisterschüler bei Ulrich Hachulla (Landesstipendiat) |
| Juni 1996 | Preisträger des Deutschen Kunstpreis der VRBanken, Kunstpreis der DRAGOCO AG “Der Mensch im Raum” |
| 1999 | Helen-Abbott-Förderpreis für Bildende Kunst, Berlin - New York |
| 2000 | Ausführung des Wandbildes im historischen Rathaus Plochingen |
Ausstellungen (Auswahl)
| 1993 | Plattenburg, Ahnensaal (Malerei und Grafik) |
| 1995 | Vereinsbank Leipzig “TEMPUS FUGIT” (Malerei und Grafik) |
| 1996 | Bilderhaus Krämerbrücke Erfurt (Malerei
und Grafik), Panorama-Museum Bad Frankenhausen, Studiogalerie (Malerei und Grafik), Galerie Leipziger Hof (Malerei und Grafik) |
| 1997 | Worthington Gallery Chicago (Malerei und
Grafik), Kunstverein Pirmasens (Radierungen) |
| 1998 | Akademie-Galerie München (Malerei) |
| 1999 | Worthington Gallery Chicago (Arbeiten auf
Papier), Kroch-Haus, Ausstellungszentrum der Universität Leipzig (Malerei und Grafik), Stadtmuseum Bautzen (Malerei und Grafik), Galerie Schwind Frankfurt a. M. (Malerei und Grafik) |
| 2000 | Residenzschloß Dresden, Museum im Schloß Bad Arolsen |
| 2001 | Galerie ART-IN Meerane |
| Ausstellungsbeteiligungen und Messen in Deutschland, Italien, Österreich, Spanien und den USA | |
Veröffentlichungen
2002 Radierungen zu Dunkle Nacht von Juan de la Cruz, Übersetzung von Viktor Kalinke, Edition ERATA
2002 Radierungen zur Dunklen Nacht, Künstlerbuch mit Originalradierung, Edition ERATA
Stimmen zum Werk
“Landschaftsaquarelle und Druckgraphiken entstehen in einem Moment der Entspannung, sind oft nur als Gedanken im Kopf entstanden und plötzlich als Bild auf dem Papier. ‘Es beginnt mit einem Traum, einem Gefühl.’ Dann recherchiert Michael Triegel, sucht kunsthistorische Zusammenhänge und philosophische Hintergründe. Der Mensch allein und allgemein ist für ihn das interessanteste Medium in der Kunst. Auch die Gespaltenheit des Menschen. ‘Amerika war erfrischend. Da wird nicht gefragt: Ist das modern? Sondern: Ist das gut? - Ich kann beliebige Kunst nicht mehr sehen, die man hinter den Yuppie-Schreibtisch hängt’ sagt Triegel. Seine Werke sind Reflexionen. Sie spielen mit der christlichen Ikonographie, mit archetypischen Bildern. Triegel deutet diese Bilder persönlich. Er nutzt den formalen Rahmen, um sein Ich darzustellen. Die Wahl seiner Motive habe nichts mit Glauben zu tun, höchstens mit einer Sehnsucht danach. Beim näheren Hinsehen merkt man schnell, wie Triegel ironische Distanz aufbaut, wie er umdeutet und vorführt, daß die überlieferte Welt zerbrochen ist.” (Waldeckische Landeszeitung, 13. und 27. 9. 2000)
“Triegel zeichnet, radiert und aquarelliert in Perfektion, ohne starr zu werden. Dahinter steht der Wille zur Suggestion, ein Geschichtsbild, das heutige Vernetzung mit der Vergangenheit beschwört und individuelle Traumräume aufreißt. Zwar malt der gerade 30jährige Michael Triegel mit Urvertrauen in die Figürlichkeit und die Transportfähigkeit von Inhalten, er sieht sich aber mitnichten als Erbverwalter der Altvorderen aus der Leipziger Schule. Natürlich hat Triegel ein geradezu erotisches Verhältnis zu den alten Meistern der Renaissance, des Manierismus und Barock. So parliert Triegel höchst elegant mit Versatzstücken und Zitaten, mischt Zeiten und Stile, nimmt Anleihen auf - vom Quattrocento bis zum Surrealismus und spricht dabei wie jeder gute Künstler von sich selbst. Die Ingredienzen zur Rezeptur sind altes Malerwissen, Psychoanalyse und ein kräftiger Schuß Ironie.” (Leipziger Volkszeitung zur Ausstellung im Kroch-Haus 1999)
“But as a native of East Germany, Triegel learned art was as much craft as concept, and the firmness of that foundation has given his paintings, drawings and prints an authority seen only rarely in representational art of our time. Triegel is not a religious artist, though his subjects often come from the Bible and include many Christian symbols. However, Triegel can also be a chameleon, changing from a classical style to surrealism of Giorgio de Chirico or Salvador Dali. Sometimes you get the sense that Triegel still is finding himself through the works of others, but on other occasions he seems uncontrollably driven into the past by a hunger for pictoral sensation that the late 20th century art cannot satisfy.” (Chicago Tribune, October 23, 1997)
“Triegel nennt seine Malerei ‘Bella Maniera’ und bietet darin eine heute selten gewordene altmeisterliche Virtuosität. Vor Monaten waren die Bilder des 31jährigen in Chicago zu sehen, seither hat der junge Mann zahlreiche Galeristen und Sammler in den Staaten; jetzt erreichte ihn von dort der angesehene Helen-Abbott-Förderpreis für Bildende Kunst. Die amerikanische Kritik ist enthusiastisch. Triegel nutzt die Geschichte als ein Lapidarium der Möglichkeiten. Für klassisch anmutende Andachtsbilder, Selbstbildnisse, Porträts von nahestehenden Menschen, für schweigende Stilleben und unübersehbar italienische Stadtlandschaften greift er zurück auf die Mittel der Paraphrase, des Zitates - auch der Paradie. Bewußt, ja raffiniert belehnt er das Bildvokabular unerreichbarer Ahnen wie Caravaggio, Pontormo oder Bellini. Triegel wählt seine Motive herausfordernd intellektuell. Jedoch nutzt er weder Sujets noch Formenreservoir der großen Meister zum Versuch einer Rekonstruktion. Ihm dienen all die Zitate, Anspielungen, Paraphrasen als Transportmittel, als eine ‘Brechung der Historie zur Gegenwart hin’. So verschlüsselt - und offenbart - der junge Maler seine aktuelle Befindlichkeit, sein Aufbegehren gegen die Normen der Moderne.” (Berliner Zeitung, 25. 7. 1999)
“Dass sich hinter der schönen Oberfläche seiner Lasuren ein tieferer, meist ganz persönlicher Sinn verbirgt, entgeht selbst vielen seiner Verehrer. Triegel hat nicht nur die malerischen Tricks der Alten studiert, sondern sich auch die antike und christliche Symbolik zu eigen gemacht. Auch Psychoanalyse und Surrealismus lässt er in seine Kompositionen einfließen. Triegel vertraut auf die ungebrochene Wirkmacht der Mythen des Abendlandes, auch wenn das Publikum sie zu lesen verlernt hat: ‘Ich hoffe auf das Metapsychische.’” (ART, Heft V, 2000)
“Michael Triegel ist ein Einzelgänger, Quergänger und Wiedererwecker der Kunstgeschichte - und der wohl letzte authentische Sproß der einst berühmten Leipziger Kunsthochschule. Er setzt sich in fast klassischen Porträts und Stilleben, in Andachtsbildern und Mythologien voll anspruchsvoller und vertrackter Ikonographie mit Ahnen wie Bellini, Pontormo oder Caravaggio - paraphrasierend, rivalisierend und parodierend - auseinander. Nicht zuletzt lebt in Michael Triegels ‘Allegorie von der guten Regierung’ die den Menschen von der Politik nie erfüllte und wohl nicht erfüllbare Sehnsucht nach einer harmonischen Bildungsgesellschaft fort. Insofern ist das Wandbild kein zeitfernes Historien-Revival, sondern ein ziemlich genauer Spiegel einer nicht nur deutschen Situation, in der der Wille des Volkes kaum ernsthaft wahrgenommen wird und der Demokratiebegriff deutlich porös geworden ist.” (Frankfurter Allgemeine Zeitung, 4. 12. 2000)
“Triegel, however, isn’t concerned with simple homage to the past. Strains of 20th century art show up throughout his works. Inklings of Surrealism appear in works that combine the disparate subjects of two or three different plates on a single sheet. In his work, Triegel negotiates a fine line between two areas - from the one he has learned a self-assured draftmanship; from the other he has inherited a need for self-examination. The artist’s fluency with 15th-century art is impressive, yet his ability to meld it with the concerns of our own time makes his work fascinating.” (ARTnews April 1999)
“Triegels Arbeiten strömen etwas aus wie Werke vom Berg Athos.” (Werner Tübke, 20. 12. 2000)
“Where American representational artists tend to give up, Triegel persists, attempting to reconcile strains in art history that he feels still have power and urgency.” (Chicago Tribune, January 28, 1999)
“Michael Triegels Kunst schockiert - nicht etwa, weil sie provozierte oder Tabus bräche. Nein, es ist seine zutiefst altmeisterliche Technik, die verstört. Im Geist der späten Rennaissance befriedigen Triegels mystische Figurationen unsere uneingestandenen Vorlieben für pure Schönheit, wie hier der Radierzyklus “Dunkle Nacht”. (Kreuzer Leipzig 6 / 2002 zur Ausstellung in der Galerie Erata)





