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Chronik von November 1998 bis Juli 2005


26. 11. 1998
Gründung der Edition Erata durch Marion Quitz & Viktor Kalinke
„Publikation von Büchern, CD, deren Vertrieb der Verfügbarkeit in Katalogen, Organisation von Veranstaltungen“ – Auszug aus dem Gewerberegister
Erstes Buchprojekt wird die zweisprachige Ausgabe des Daodejing von Laozi.

Oktober 1999
„Echo der Stille“: Marion Quitz (Malerei) & Viktor Kalinke (Text)
Ausstellung am Goethe-Institut Kairo-Alexandria, gleichnamiger Katalog

16. 12. 1999
„Indianer im karierten Hemd”
Buchpräsentation mit Viktor Kalinke
Ausstellungseröffnung: Grafiken von Marion Quitz

14. 1. 2000
“Erst die Linke, dann die Rechte. Irritationen und Mortalität”
Buchpräsentation mit Thomas Kunst Oliver Kossack Undine Materni Steffen Balmer Thomas Winter mariam abdel al Michael Touma Gabriele Francik Marion Quitz Viktor Kalinke - Ausstellungs- und Galerieeröffnung
Es spielt: Jannique (Leipzig)

17. 3. 2000
“Echo der Stille. Skizzen aus Ägypten”
Eine Ausstellung mit Ölbildern, Graphiken und Animationen von Marion Quitz (diese Ausstellung wurde bereits im Oktober 1999 am Goethe-Institut Kairo / Alexandria gezeigt), zur Eröffnung findet eine Lesung mit Texten über das moderne Ägypten statt

18. 5. 2000
“Zerbrochenes Holz”
Unorthodoxe Kalligraphien zum Laozi, Daodejing auf Papier und Treibholz von Thomas Baumhekel. Während der Ausstellungszeit findet an jedem Donnerstag eine Diskussion zu einem Kapitel des Daodejing statt.

14. 7. 2000
“El Gancho bravo - Tango-Etüden”
Zeichnungen und Malerei von Caroline Thiele zum gleichnamigen Buch - zur Vernissage Gesang von Iris Donner und Band sowie Tanz zum Tango argentino

22. 9. 2000
“liberi terrestris - Kinder der Erde”
Fotographien von Katja Langer, Texte Viktor Kalinke

9. 11. 2000
„Moskowskaja - Bilder aus dem neuen Russland"
Dia-Vortrag mit Robert Rudolph über seine Beobachtungen in Moskau, St. Petersburg, Jekaterinburg und Sibirien

17. 11. 2000
“GEIGERAD oder das lied von den brennenden perlen”
Eine Traumerzählung von Christoph Schwarz mit musikalischer Improvisation, Zeichnungen: Katrin A. Knief
“horch: gronk-, gulg- und glaumreich rächt sich die nacht. handig umrucht von brüchigen wolken, als ob qualkende kröten, gepanzert, krarrend, in die schwarzen bäume gestellt, zu gurfen anfingen. Oh, dieses drakende gorren über den schindeldächern...”

2. 2. 2001
Britta Schulze (Leipzig): “women in love” Holzschnitte, Malerei, Zeichnungen – Vernissage
außerdem: “Die Kunst : den Ort zu finden” – Buchpremiere mit Viktor Kalinke
Ausstellung nur bis 26. 2. 2001

12. 4. 2001
„Neue russische Kunst“ aus St. Petersburg und Krasnodar:
Wladimir Chacho, Inna & Mark Li, Wladimir Grig, Tatjana Schkarina, Olga Kowtun, Wladimir Tolmatschow, Waleri Mimilijan u.a.

Performance, Installation, Buchpräsentation
Ausstellung bis 24. 5. 2001

1. 6. 2001
Ingo Garschke (Leipzig): Zeichnungen, Graphik, Plastiken zur Anatomie und Morphologie
Ingo Garschke ist Spezialist für künstlerische Vivisektion – atemberaubend
Ausstellung bis 12. 7. 2001

16. 6. 2001
„Duo mit Messer“
Holzschnitt-Werkstatt zum Mitmachen unter Leitung von Inka Grebner von 10 bis 17 Uhr
Die besten Arbeiten werden als Künstlerbuch gedruckt !

21. 6. 2001
„Anatomie und Morphologie in der Kunst“
Vortrag von Ingo Garschke

13. 7. 2001
Thomas Wolf (Leipzig): „Nachbarschaften. Im kleinen Kreis. Sektor 1“
Fotographien aus dem Zyklus und Unikate: Schlicht-Wesentliches, sozialer Schlamm und Kontrapunktisches

21. 8., 28. 8., 4. 9. und 11. 9. 2001, 17 bis 19 Uhr
„Isis und Osiris auf Papier“
Mona Ragy Enayat, bekannte Malerin und Sängerin, verknüpft in diesem Workshop die Wissens­vermittlung über alte ägyptische Symbole und ihre Mythologie mit der Gelegenheit zur freien künstlerischen Gestaltung. Das Blatt ist sozusagen vor Beginn des kreativen Arbeitens zwar weiß, aber nicht leer – sondern gefüllt mit geheimnisvollen, spannenden, rituellen, abenteuerlichen Geschichten, die zwischen Okzident und Orient pendeln. Ob in Schrift­gestaltung, Malerei und Graphik, Tattoo, Objekten, Basteleien oder selbstgeschriebenen Erzählungen – die Anregungen durch die ägyptische Tradition ermöglichen es, sich im Spiegel der Kultur selbst zu entdecken. Der Workshop erstreckt sich aufbauend über vier Nachmittage. Am Ende werden die besten Arbeiten in einem Künstlerbuch veröffentlicht und in einer Ausstellung gezeigt.
Für Teilnehmer zwischen 9 und 99
Materialien und Werkzeuge können nach eigenem Geschmack mitgebracht werden

30. 8. 2001
NACHBARSCHAFTEN. IM KLEINEN KREIS. SEKTOR 1
Fotographien und Instrumente von Thomas Wolf
Finissage mit Gerd Schenker (mdr-Orchester)
Finissage

14. 9. 2001
Wolfgang Brenner (Borchen): „LanDsichten. Collagen“
„Was einem Zufallsfund oder einer Laune zu verdanken ist, basiert in Wirklichkeit auf einer vorab reflektierten Beschränkung, auf die manuelle Bearbeitung folgt: der Zufall wird bildwürdig. Hat das objet trouvé seinen Ort in der Collage gefunden, erübrigt sich die Frage nach der Zweckdienlichkeit oder Herkunft.“

4. 10. 2001
Michael Meinicke (Wabern-Uttershausen):
Lesung aus dem Erfolgsroman “Ostkreuz” über die DDR-Beat-Generation

"Michael Meinicke schildert die Beat-Generation der DDR von Prager Frühlings-Stimmung und Einmarsch-Schock 1968 bis zur eigenen Republikflucht aus der In­sider-Perspektive, unbefangen und vorbehaltlos, selbstironisch und lakonisch. 260 Seiten lang wird Episode an Episode gereiht, ohne zu glorifizieren oder schamhaft zu be­mänteln. Der Leser erfährt einiges über das interne Netzwerk der Alter­na­ti­ven, über selbstverständliche Solidarität, über die Berechenbarkeit des Stasi-Staates und die Schlupflöcher im System. In erster Linie aber transportiert das Buch Emp­findungen: Die der Hilflosigkeit und des Ausgeliefertseins ebenso wie eines wach­senden Selbstbewußtseins und wuchernder Wut." (Peter Gerdes)

26. 10. 2001
Christiane Franke (Leipzig): „Himmel, Erde und der Luftraum dazwischen“
Radiergummi-Drucke zu Versen aus der Sammlung Atharvasamhita und Fahnen-Installation – eine Annäherung an Indien
„Mich reizte vor allem die Andersartigkeit der Leute und der Kultur, die Menschen, das Chaos und die Farben. Beeindruckend war der Kontrast von Ruhe und Lärm, der Einsamkeit und dem Gedränge in den Städten. Man fühlt sich wie in eine andere Zeit hineinversetzt. Für mich war die Schönheit der Landschaft im Himalajagebirge und auf den Andamanen faszinierend. Die Felder, die Berge, das Gestein, die Erde. Dann das Feuer, die Fahnen,die Klöster und Brücken. Das Zeichnen war für mich eine Möglichkeit des Festhaltens, Bewahrens und Innehaltens. Ich habe mir viel Zeit gelassen damit und arbeite letztlich schon fast drei Jahre an diesem Thema. Das ist vielleicht eine Art Zitat dieser Kultur, eine Huldigung ihrer Dinge und Farben. Eine Art Danksagung. Wenn ich einen Mönch mit seinem leuchtend roten Gewand auf einem Pferd durch die öde Wildnis reiten sah, war das für mich einfach überwältigend.“
Öffentliche Hörspielaufnahme der "Großen Hymne an die Erde"

14. 12. 2001
Anna Kling (Weimar, Minneapolis): “Verlockungen”
„Snails”, “A tender feeling”, “Langsamkeit” und “Strudel” ¾ Tentakelwunder­kos­mos­malerei, Videoinstallationen, Stills und erotische Weihnachtsbäckerei

8. 2. 2002
Annette Degenhart (Leipzig): “Dank Dir, Poet”
Zeichnungen, Holzschnitte, Illustrationen zur Literatur
Lesung und Buchpräsentation mit Susann Kreller
“Ich verwende ausschließlich gefundene Holzplatten, die Holzsorten sind daher oft verschieden, das Holz mal mehr, mal weniger trocken. So reißt und bricht es ganz unterschiedlich aus beim Schneiden.”

24. 2. 2002, 20 Uhr
„Freiheit macht Arbeit“
Lesung und Bilderschau mit Viktor Kalinke
zur Eröffnung der Fortuna-Werkstätten Dresden, Prießnitzstr. 44-48

15. 3. 2002
Lev Silber (Nishni Nowgorod): „Das verborgene Gesicht Rußlands“
Altgläubige, Stadtlandschaften, Porträts (Fotografie)
„Prefers to be guided by his own feelings. Takes pictures of a person in his or her habitat, in the process of activity or work. The psychological contact and trust between the artist and a model is considered to be a must. Prefers to work with artistic persons and old believers. Concentrates on direct photographic procedures and printing, pictures per se, ignores artificial techniques.“
mit einer Lesung von Sabine Fahl aus Fjodor Abramows „Aus dem Geschlecht des Awwakum“ und Improvistionen von Leonhard Kähler zu musikalischen Themen der Altgläubigen

20. 3. 2002, 20 Uhr
Viktor Kalinke: „Herbst auf Sumatra“
Ein poetischer Dialog mit Miloš Crnjanski
Zur Lesung werden Holzschnitte von Inka Grebner gezeigt, Veranstaltungsort: Evangelisches Studienhaus, Sommerfelderstr. 20, Leipzig

21. 3. 2002
„Von Sumatra bis Lamento über Belgrad“
Zu den poetischen Visionen des Serben Miloš Crnjanski – Eine Hommage mit Dusan Hajduk-Veljkovic und Viktor Kalinke
Milos Crnjanski (1893-1977) nimmt innerhalb der Avantgarde mit seiner von Introversion gekenn­zeichneten Theorie des "Sumatraismus" einen exotischen Platz ein. Es erscheint unmöglich, diese spezielle Richtung in eine Schublade einzuordnen. Strömungen wie der Zenitismus und der Konstruk­tivismus konnten Milos Crnjanski künstlerisch kein Zuhause bieten. Er war sozusagen Einzelkämpfer, dessen charakteristische Motivik sich durch sein gesamtes Schaffen zog. Intuition, Assoziation, gren­zen­lose Befreiung erhebt er zu seinen Dichtungsprinzipien, worin es um die Kraft der Visionen, um inneres Erleben, subjektives Gestalten und um den Gegensatz zwischen Realität und Irrealität geht.

22. 3. 2002
Thomas Kunst: „Vielleicht in Briefen, aber wenigstens in Briefen“
Gedichte und Prosa

23. 3. 2002
Neue Texte
von Gregor Runge und Nora Bossong (Literaturinstitut Leipzig)

27. 4. 2002, 19 Uhr 30
„5 Töne betäuben des Menschen Ohr“
Musik und Texte zu Laozi’s Daodejing mit Viktor Kalinke (voice), Wolfram Dix (perc), Andreas Brinsa (perc) & Lutz Ambrosius (viol)
Ort: Zentrum für Zeitgenössische Musik, Schevenstr. 17, 01326 Dresden

3. 5. 2002
Michael Triegel und Juan de la Cruz: „Die Dunkle Nacht”
32 Radierungen zur aus dem graphischen Werk
Lesung aus “Gottes Fleisch” (Essay von Viktor Kalinke) und den “Bekenntnissen” des Augustinus

23. 5. 2002
Liljana Dirjan (Skopje): „Schwere Seide“
Gedichte als offene Form intimer Kommunikation – die Lyrikerin liest, Übersetzung aus dem Mazedonischen: Sabine Fahl
„Dirjans Texte beschränken sich manchmal aphoristisch, asketisch auf wenige Zeilen, ein andermal entwerfen sie einen ganzen autobiographischen Roman. Offener Geist – offene Form. Das ganze Leben und die ganze Erfahrung – von der Körpererfahrung des Gebärens und der Mutterschaft bis zur Erfahrung des Schreibens selbst, von der Erfahrung der Einsamkeit und Armut bis zur Berührung mit fernen Zivilisationen und Landschaften...“ (Stevan Tontic)

21. 6. 2002
Ausstellung bis Ende September
Anna H. Frauendorf (Berlin): "anKIRYLna"

Vernissage mit Programm und Versteigerung
ein kammerspiel aus blei, silber und schwarz
zeichnungen, karton-drucke und fotografie
Ein Kammerspiel der leisen, polyphonen Kl?nge erwartet den Besucher der Ausstellung "anKIRYLna". Daß der Mensch ein Labyrinth sei - davon zeigt sich Anna H. Frauendorf überzeugt und zieht Linien übers Bild, ruhelos, sich verdichtend, ein Ariadnefaden, der einen Ausgang weisen soll: Phantasie. Mit Bleistift und Ritzungen entstehen Figuren und organische Konstellationen, eine eigenwillig poetische Welt, die den Assoziationen Raum läßt. Vom dokumentarischen Wirklichkeitsabbild abstrahieren auch die seriellen Schwarzweiß-Fotografien der BAHNHÖFE, sie beschreiben einen Umschlagpunkt hin zum Zeichenhaften. Die Farbserie SCHUBLADEN nimmt dagegen eine soziologische Studie in Angriff. Mit neugierigen Augen untersucht sie, was innerhalb einer Wohnung den Blicken der Gäste sonst nicht zugänglich ist.

4. 10. 2002
Yvette Kießling (Leipzig): Heidenhimmel
Arbeiten mit Acryl, Radierungen und Zeichnungen
"Das von Homo Faber gefürchtete Organische, das Gegrummel, Gewachse und Gewusel der Tier- und Pflanzenwelt, birgt für Yvette Kiessling den wichtigsten Quell schöpferischer Vorg?nge. Und der Wald, Homo Fabers Ort des Entsetzens, ist bevorzugtes Ziel ihrer künstlerischer Erkundungen. Zu ihren Motiven gehören schwellende Baumkronen ebenso wie dürre Stämme und knorrige Sträucher, hüpfende Hasen, sich windende Füchse, faul darniederliegende Echsen ebenso wie verwesende Kadaver oder Schädel. Und gestrandete Wale - wabbelige Riesenk?rper, die für sie Inbegriff des Urtümlichen sind. Yvette Kiesslings Pflanzen und Geschöpfe sind zuweilen einzeln dargestellt, meist jedoch in raumbildende Kompositionen eingebunden, die dank raffinierter Anschnitte als zuf?llig aus­gewählte Fragmente erscheinen." (Arnold Bartetzky)

25. 10. 2002
Thomas Böhme (Leipzig): Das vernachlässigte Geschlecht
Fotografien von Jungen zwischen 13 und 19
Vernissage, Versteigerung und Buchpremiere
Thomas Böhme liest aus “Schwarze Archen”
“Und ich sah ein paar jungs dieser stadt zu, was sie so trieben... Und ich lausche ergriffen ihrer brutalen sprache / der kaum in einem buch auffindbaren knappen & unpathetischen sprache / der erotischen sprache mit ihrem technischen vokabular. Und nicht selten fällt neben dem erobernden lachen ein stolzer blick voll resignation auf. Noch in der pose für den photographen verbirgt sich der jahrhunderte unruhe und zukünftiges leid.” (Thomas Böhme)
"Seit Mitte der 90er begleitet Thomas Böhme Jugendliche - mit der Kamera. Rund um die 1000 Porträts sind dabei entstanden. Fotos von Jungen zwischen halbstark und hilfsbedürftig. Selbstbewußte, eigenwillige Typen, die ausleben, was in ihnen ist, 'heute Skin, morgen Punk' ist da nur konsequent. Thomas Böhmes Fotos fangen zugleich ein, wie sie sein wollen - und sind. Serien halten Entwicklungen fest. Das macht sie zu eindringlichen Dokumenten." (Hendrik Pupat, Leipziger Volkszeitung)
“Thomas Böhme, Leipziger Dichter des Jahrgangs 1955, versetzt den Betrachter auf die Spur zurück zu sich selbst: In die Zeiten der Anfänge und Aufbrüche, als alles noch Wahrheit und Weg war. Und dieser Blick zurück geht nicht ohne Ironie, Sehnsucht nach dem Stadium der eigenen Unschuld. Es ist von Bewunderung die Rede, von beigemischtem Neid wohl auch: In diesem Alter ist alles leicht und vieles nicht wichtig. Der Körper hat eine eigene, halb angelernte, halb kreiierte Sprache und vollführt fast tänzerisch undurchschaubare Riten. Thomas Böhme ist es gelungen, ein paar Mal den Fuß in die Tür zu stellen. So konnten diese fotografisch unaufwendigen und prätentionslosen Fotos entstehen.” (Peter Guth)
"Böhme, der Leipziger Schriftsteller, ist ein Freund der Fotografie und des Fotografierens. Er tritt nicht als Fotokünstler auf und ist dennoch nicht ohne den Ehrgeiz, mit den Mitteln der Fotokunst zu erzählen. Von den vielen verlierbaren Momenten, die das Leben ausmachen. In den Schwarzweißbildern von Böhme ist die Schönheit des Augenblicks, der nur einen Klick lang gilt. Thomas Böhme hat eine ästhetische Form gefunden, die sich fürs bloße Begaffen nicht eignet." (Bernd Heimberger, Berliner LeseZeichen)

29. 11. 2002 bis 28. 2. 2003
Inna Li (St. Petersburg): Häuser
Malerei, Grafik und Mischtechniken
Vernissage mit Versteigerung
Programm: Vierundzwanzig Gedichte in Begleitung
Klavierimprovisationen von Stefan Neumeier zu Gedichten von Swen Friedel und Johanna Schwedes
"Menschen kommen und gehen, ziehen ein und aus, aber die Häuser und so
mancher Baum überlebt eine oder mehrere Generationen." (Inna Li)
"Einen Schmelztiegel künstlerischer Motive offeriert Inna Li, Meisterin der
Serie; Zitate aus der Renaissance wie auch aus afrikanisch-indianischen
Kulturen lassen sich in ihren kubo-surrealen Werken erkennen."
(Viktor Kalinke, Neue russische Kunst)
"Inna Li läßt den Betrachter seelische Untiefen ausloten. Ihre symbolische
Bildsprache entstammt einer Märchen- und Traumwelt, die ungewöhnlich starke surreale Konstruktionen schafft." (Kristin Teichert, Leipziger Volkzeitung)

30. 1. 2003
“rein theoretisch adieu”
live-Uraufführung des gleichnamigen Hörbuches mit Thomas Kunst (Texte, Sprecher), Ralf-Ingo Ebert (piano, perc), Dieter Altmann (git) und Annekathrin Bahls (clar)
“...Von geheimnisvollen Weltgegenden und noch geheimnisvolleren Frauen ist die Rede. Sind es reale Figuren oder Imaginationen des Erzählers? Auch das ist letztlich nicht wichtig, denn die Gesetze der Wirklichkeit sind hier außer Kraft gesetzt. Zwar weiß Kunst recht nüchtern von “verletzungsbedingten Kussarten” und von “Plastemäulern” zu berichten, gleich anschließend ereignen sich jedoch höchst surreale Vorgänge.” (Sabine Doering, Frankfurter Allgemeine Zeitung)
“Die Lyrik des Thomas Kunst vermittelt das Gefühl der Sympathie mit den stummen Dingen – immer wieder kommen sie auf seine Subjekte zu und setzen diese erst in Bewegung - vermitteln ein Gefühl der Zusammengehörigkeit aller Körper in dieser irdischen räumlichen Welt, als bestünde der Körper dieses Dichters aus lauter Chiffren, die ihm alles aufschließen.” (Jürgen Serke, DIE WELT)

14. 3. 2003 bis 17. 4. 2003
Peter Hankel (Seligenstadt bei Frankfurt a.M.): Zwischen System und Intuition
Die Modulvariationen, Konzeptionelles Künstlerbuch und konkrete Malerei
“War das Modulsystem zunächst aus der Malerei heraus erarbeitet wor­den, um in der Malerei als Grundlage für Bildlösungen zu dienen, so ist hier eine Formulierung gefunden, die ganz im theoretischen bzw. konzeptuellen Bereich positioniert ist.” (Johannes Kögler, Kunstverein Friedberg)
“Peter Hankels einzigartige Dokumentation einer künstlerischen Ge­staltungs­idee: Aus den vielfältigen Variationsmöglichkeiten des Moduls ein Unikat-Buch mit der theoretischen Auflage von einer Million jeweils unterschiedlicher Exemplare zu schaffen.” (Thomas M. Paul, Kunst + Kommunikation, Seehaupt)
“Peter Hankels Modul ist das Maß der methodischen Konstruktion, es ist ein Manifest der beweglichen Ordnung. Eine schier unendliche Kette von einzelnen Bildern entsteht. Bilder, die allesamt auf einem kleinen Alphabet von Linien basieren: Linien, die zunächst nichts als Linien sind, als Linien, so, wie Buchstaben zunächst nur Buchstaben sind, dann zu Wörtern werden, dann zu Sätzen.” (Jürgen Raitz von Frentz, Wiesbaden)

20. – 22. 3. 2003

Unser Programm zur Leipziger Buchmesse:

20. 3. 2003
Kultur-Träger: Volker Sielaff (Dresden) und Jens Rosch (Berlin) - “Einsam­keit eines Katers & Allerlei Beschwörungen”, Poesie & Prosa
Eine verrückte Mischung aus Burroughs und Beat-Sound auf der einen und öst­li­cher Prägung, auf der anderen Seite.
“Doch ich will nicht den Anschein erwecken, dies sei ein Klagegesang - zu kostbar ist die Luft meiner Lungen der zitternden Hülle des Abendlichts.” (Jens Rosch, aus: Lied eines Rennpferds auf dem Weg zum Schlachthof)
“Vielleicht sind die Dichter nicht ohne Schuld. Sie vertrauten ihm alles an, dem einen Wort, sie stopften ihren Seelenkram da hinein, bis es sich aufblähte wie ein alter Sack, das Wort Stille.” (Volker Sielaff, aus: Der Morgen graut zu­erst)
"Es macht wirklich keinen geringen Spaß, den selbstbewußten und unbestreit­bar hochtalentierten Dresdner Schriftsteller zu erleben. Die Gesten, die Mimik, die Intonation sind untrennbar mit seinen Texten verbunden." (Sabine Michaelis)
"Diese Gedichte fühlen, schmecken, riechen und klingen verblüffend einmalig!" (Silvia Schulz, Märkische Oderzeitung)

21. 3. 2003
in Zusammenarbeit mit “Books from Lithuania” (Vilnius)
litauRATURen - Fortsetzung folgt: Gintaras Grajauskas (Klaipeda) und Laurynas Katkus (Vilnius) - “Tauchstunde zur Knochenflöte”, neue Lyrik aus Litauen

Gintaras Grajauskas ist der stille Großmeister moderner litauischer Lyrik. Als Sänger und Bassgitarist in der Funkband "Rokfeleriai", Mitarbeiter in Radio- und TV-Stationen zeichnet sich seine Sprache durch eine lakonisch-leichte Melancholie aus, deren unter die Haut gehende Musikalität und Komposition hierzulande nichts Vergleichbares kennt. Seine Gedichte wurden ins Englische, Deutsche, Schwedische und Polnische übersetzt. 1993 erhielt er den Gele-Preis für ”Tattoo” (Tatuiruote), 1999 den Preis des Lyrikfestivals ”Frühling der Poesie” und den Simonaityte-Literaturpreis für ”Knochenflöte” (Kauline dudele).
Laurynas Katkus studierte Lituanistik in Vilnius sowie Vergleichende Literatur­wissenschaft in Leipzig und Berlin, arbeitete beim Radio, in Verlagen und als Über­setzer, 1998 erschien sein erster Gedichtband ”Balsai, rašteliai” (”Stimmen und kleine Briefe”). Seine Texte wurden bislang ins Englische, Deutsche, Slo­we­nische, Polnische und Lettische übertragen, er selbst übersetzte Hölderlin, Benn, e. e. cummings, Yeats und Sontag ins Litauische. Katkus ist Mitglied im P.E.N. Er fühlt sich der Leipziger Literaturszene noch immer verbunden, wie seine jüngsten Ver­­öf­fent­lichungen zeigen (edit Nr. 29 / Herbst 2002, Lyrikband “Tauchstunden” Edition Erata Leipzig).
Mala Vikaite (Berlin) präsentiert beide litauischen Dichter in deutscher Über­setzung.

22. 3. 2002
dichter Dialog: Gertrud Katzenstein (Berlin) und Viktor Kalinke (Leipzig) – „Die Ohren der Landschaft & aus der Ferne ruft Ariadne“
“Ruf an den höchsten Gott, daß mit Vergessen er uns versieht. Ich, die Nachtigall, will singend lieben...” (Gertrud Katzenstein, aus: Philomelas gesticktes Lied, nach Ovid)
“Ungesagtes : angerissen : weite : geöffnete Landschaft des Tagebaus : zerklüftet, von Kohle schwarz bestäubt : zum vorsichtigen Gehen anhaltend : sprechen wir ungestüm : schlagen uns die Worte um den Kopf : damit wir uns nicht aus den Ohren verlieren : wenn wir uns trennen vorm Abend.” (Viktor Kalinke, aus: Die Ohren der Landschaft)
Gertrud Katzenstein studierte klassischen Gesang in Dresden und Altphilologie in Berlin, Arbeiten: Libretti, Übersetzungen (z.B. die Catull-Gedichte), mehrere CD-Einspielungen u.a. mit C. René Hirschfeld („Satyren“, „Lieder & Sonette“, „Spanische Lieder“, „Bis ein anderer kommt...“)
„Erotisch pralle Texte, in denen sich die Elemente gegenseitig steigern, hochdramatisch und bisweilen spöttisch.“ (Detlef Gojowy)
„Bestechende lyrische Gestaltungskraft.“ (Nationalbibliothek des deutschen Gedichts)
Viktor Kalinke, Autor und Übersetzer aus Leipzig, Gewinner des Kreativitäts­preises der Hans-Sauer-Stiftung, liest aus den Bänden “Indianer im karierten Hemd”, “Die Kunst : den Ort zu finden” und “Herbst auf Sumatra”: ba­lan­cie­rend zwischen Entrücktheit und irdischer Lust, entfalten die Texte eine Fülle sinnlicher Szenerien und steigern mit ekstatischen Zwischentönen die Inten­sität des Erotischen, ohne plakativ zu werden

22. 3. 2003, 20 Uhr
Zeitgeschichtliches Forum
Thomas Böhme liest aus „Schwarze Archen“ – Prosa

Moderation: Ulf Heise
„Böhmes Erzählungen handeln von nachgerade märchenhaften Figuren und Vorgängen. Es liegt nahe, sie als Parabeln jener Erfahrungen zu sehen, die ein 1955 in Leipzig geborener Autor zu machen hatte. Bemerkenswert daran ist aber nicht so sehr die surrealistische Einkleidung als vielmehr der humoristische, gelegentlich melancholisch gebrochene Ton, in dem sie gehalten sind, und die in ihm sich dokumentierende Bereitschaft, die Welt ohne Bitterkeit zu sehen. Gleich, wovon Böhmes Erzählungen handeln - eine große Heiterkeit geht von ihnen aus, getragen wohl von einem neugierigen und bewundernden Blick auf die überraschende Vielfältigkeit und Abenteuerlichkeit des Lebens.“ (Helmuth Kiesel, Frankfurter Allgemeine Zeitung)
„Seine Etüden im Phantastischen haben Vertrauen gefasst in den ‘traumtänzerspürsinn’: zuverlässig führen sie aus anheimelnden Topographien in unsicheres und gefährdetes Traumtänzergelände. An solchen Rändern der Wirklichkeit verlässt sich die traumerprobte Prosa Thomas Böhmes bedenkenlos auf ihre märchenhaften Eingebungen und fasst Haarrisse im Bewußtsein mit anrührenden Bildern ins Wort. Der Text rührt an ein Tabu, ohne es zu brechen, und kontakariert eine verbotene Sehnsucht, ohne sie blosszustellen.“ (Roman Bucheli, Neue Zürcher Zeitung)
„Thomas Böhme spürt den Morbiditäten falsch verstandener Männlichkeit nach, die er im gleichen Atemzug zu rehabilitieren versucht. Seine Geschichten - aus der Perspektive des Träumenden erzählt, des Reisenden, der sieht, ohne sich vom Fleck zu bewegen - bergen eine soziale Radikalität, die sich als philosophischer Science fiction verstehen läßt. Der Leser scheitert an dem Versuch, sich in der Idylle einer untergegangenen Welt gemütlich einzurichten. Nicht zuletzt nimmt er die Spielregeln des routinierten Literaturbetriebes satirisch aufs Korn.“ (Viktor Kalinke)

25. 4. 2003 bis 6. 6. 2003
Kati Küstner: Narragramme - Arbeiten zu Trixter und den Grimmschen Märchen
Spezifisch für die als “Narragramme” bezeichneten Grafiken und Malereien von Kati Küstner sind erzählerische Techniken. Im Zentrum des “Trixterzyklus” steht die Schelmenfigur der nordamerikanischen Indianer. Der Trixter wandert, als Schöpfer und Zerstörer zugleich durch die Welt. Lebenskraft spendend und verweigernd, ist er der Betrüger, der selbst immer betrogen wird. In den Episoden der Acryltafelbilder verwandelt er sich als Mensch, Rabe oder Steppenwolf. Gelächter, Humor und Ironie durchpulsen die Arbeiten.
Der neueste Zyklus “Aber Großmutter, was hast du für ein entsetzlich großes Maul!” spiegelt die schöpferische Auseinandersetzung der Künstlerin mit Geschlechterbeziehungen in der Kinderliteratur wider. Diese Werke sind in der für Kati Küstner spezifischen Spachteltechnik in Acryl, zum Teil in großformatigen Tafelbildern gearbeitet. Spröde, doch zugleich höchst poetische Grafiken zeigen die acht Radierungen zu den Bremer Stadtmusikanten.

10. 5. 2003, 18 Uhr 30
Schloß Falkenhein
Viktor Kalinke (Leipzig): „Die Kunst : den Ort zu finden“ und neue, unveröffentlichte Texte

Anläßlich der Frühjahrs-Ausstellung mit Arbeiten von Gabi Francik und Katrin Kunert (beide Leipzig) im Herrenhaus Falkenhain trägt Viktor Kalinke in einer „Stufenlesung“ auf drei Etagen lyrische Texte zu den Bildern vor. Auf der ersten Stufe behandeln sie Schwierigkeiten eines Textmenschen beim Aufenthalt in Bildwelten. Auf der zweiten Stufe kramt Viktor Kalinke in seinem Fundus nach poetischen Entsprechungen zu einzelnen Werken der beiden Künstlerinnen, um auf der dritten Stufe Arbeiten zum Besten zu geben, die von den Bildern inspiriert wurden. Im Anschluß spielt das mdr-Streichquartett Werke von Felix Mendelsohn-Bartholdy, Sulchan Zinzadse und Franz Schubert.

13. 6. 2003 bis 17. 7. 2003
Michael Goller (Chemnitz): Labyrationen – Malerei
Vernissage mit Buchpräsentation, Musik und Versteigerung
Es liest: Mike Wassermann
“Michael Gollers Kunst ist beeinflußt von skriptual arbeitenden Künstlern wie auch von expressiver Malerei. Als Bewunderer des Medienzeitalters und professionell im Umgang mit den neuen Medien ist er trotzdem leidenschaftlicher Maler. Bei der Verbindung von Schrift und Bild, die Michael Goller in zahlreichen Werken anstrebt, spielen die Aspekte des Miteinanders, der Vernetzung und der Kommunikation eine wesentliche Rolle. Die beste Wirkung seiner Bilder liegt in einer Synthese aus Wort und Bild. Michael Goller geht es bei seiner Malerei nicht um das Zufällige, sondern um die konkrete Form als das eigentlich Charakteristische und Symbolische am Bild. Was bedeutet das alles? Versucht der Künstler nicht auch gelegentlich, sein Unterbewußtes auf die Realität zu projizieren? Viele Dinge, die wir in diesen Bildern zu erkennen glauben sind wahrscheinlich Sinnzeichen: die Andeutung von Behausungen, der belaubte Baum, Felsen (oder Fragmente von Hochhäusern?). Auch die Schriftzeichen, mit denen Michael Goller auf oft seltsame Weise seine Bilder zusätzlich dekoriert. Diese typographischen Symbole dienen Michael Goller zum besseren Verständlichmachens seines bildhaften Denkens. Daß Michael Goller seine Bilder in letzter Zeit manchmal in Serien schafft erscheint folgerichtig. Sein Temperament lebt auf in der Farbe. Er trägt sie vehement und doch überlegt, mit gezügelter Energie auf um den Inhalt, der ihm immer wichtig ist, maximal vermitteln zu können. Goller hinterläßt auf der Leinwand Spuren und Gesten, Andeutungen von Figürlichem, scheinbar flüchtige Notizen und eingearbeitete Fundstücke unseres schnellebigen technoiden Zeitalters. Seit einiger Zeit durchläuft Michael Goller die dramatischer Entwicklung expressiver Malerei. Seine starken und symbolbeladenen pastosen Malereien sind von besonderer Hintergründigkeit.” (Bernd Weise)

6. 7. 2003, 11 Uhr
Peterskirche Erfurt
Das Forum Konkrete Kunst präsentiert
Peter Hankel, Seligenstadt: „Die Modulvariationen – mein Konkretes Bilderbuch“

Begrüßung: Heidi Bierwisch, Projektleitung
Eröffnungsvortrag: Dr. Torsten Klemm, Leipzig

19. 9. - 21. 9. 2003
Künstlerbuch-Messe Chemnitz
im Wasserschloß Klaffenbach: Präsentation des Verlages und Lesung mit Viktor Kalinke aus “Herbst auf Sumatra”

9. 10. - 14. 10. 2003
Frankfurter Buchmesse
Präsentation der Werke “Das verborgene Gesicht Rußlands” von Lev Silber, “In der Mitte der Peripherie” von Mark Rozov sowie “Neue russische Kunst” von Nina Mordowina in der Ausstellung Books on Russia

17. 10. - 21. 11. 2003
Hitch (Berlin): Industriefotografie
Die Fotografien wurden in Deutschland und während zahlreicher Auslandsaufenthalte in Südostasien, Europa, USA, Kanada, Island, China und Nordafrika aufgenommen und sind nicht nachträglich computermäßig bearbeitet. Die Arbeiten gewähren Einblicke in Industrieanlagen, die zum Teil schon zerfallen oder abgerissen sind. Die Faszination an geometrischen Strukturelementen offenbart sich sowohl an den postindustriellen Architekturbildern als auch in geheimnisvoll wirkenden Nahaufnahmen von Oberflächen, deren Gegenstand sich erst auf den zweiten Blick enträtseln läßt.

25. 10. - 2. 11. 2003
Buchschau auf der Ulmer Herbstmesse
Der Börsenverein des deutschen Buchhandels / Landesverband Baden-Württemberg präsentiert unsere Neuerscheinungen in Ulm.

21. 11. 2003, 20 Uhr 30
“Was interessiert uns das Publikum... Anspruch oder Quotenjagd?“
Janina Fleischer, Volly Tanner & Viola Stockmann laden ein zum 5. couraLon

27. 11. 2003
EIN-BLICK: 5 Jahre Edition Erata (3 Jahre Galerie) - 55 Buchproduktionen
Die Gäste sind eingeladen, sich mit ihren Beiträgen einzubringen. Autoren können ihre Texte vortragen, Musiker ihre Kompositionen, Maler und Graphiker können ihre Mappen mit den neuesten Arbeiten herumreichen. Galerie + Verlag verwandeln sich für einen Abend in eine Kontakt- und Ideenbörse. Gezeigt werden außerdem – nur an diesem Abend – ausgewählte Werke der Sammlung ERATA.

28. 11. 2003, 18 Uhr
Moritzbastei Leipzig
Abschlußabend der “Literarischen Woche”: Verlagspräsentation

mit Kati Küstner, Christiane Franke und Viktor Kalinke

5. 12. 2003, 18.00 Uhr
“Im Kreis”
Buchpremiere mit Uta Hauthal (Dresden) & den „femmes vocales“

Eine Dreiecksgeschichte, nichts Ungewöhnliches. Andreas Herwig, Fernseh­jour­nalist, Anfang Vierzig, ist in Mustern steckengeblieben, die sich fortlaufend wie­der­holen. Beruflicher Erfolg paart sich mit einer zerriebenen Ehe. Seit Jahren flüchtet er sich in kurzlebige Leidenschaften. Die einzige, die ihm das Heimkommen leicht macht, ist die 5jährige Tochter Ricarda. Plötzlich taucht in der Erinnerung sein Bruder auf, der als Kind gestorben war - und alles verändert sich. - Uta Hauthal erzählt packend und sinnlich die Geschichte eines Mannes, der glaubte, daß ihm die Welt zu Füßen liege, und erkennen muß, daß sein berauschendes Selbstgefühl nur eine Flucht vor sich selbst und seiner familialen Verstrickung ist.

19.30 Uhr
Alla Nesterova & Mark Rozov (Moskau, Hannover): Grafik und Fotografie, Buchpremiere
”Mark Rozov nutzt die Fotografie nicht als Abbild tatsächlicher oder inszenierter Realitäten, sondern als Medium für surrealistische Fantasie- und Traumsujets.” (Ulrich Schönborn)

18. 12. 2003
Sung Hee Kim (Klavier): spielt Werke von Beethoven, Chopin, Liszt und Improvisationen nach koreanischen Motiven
Sung Hee Kim, geb. in Seoul, Sung Hee Kim, geb. in Seoul, war von 1975 bis 1979 an der National-Universität Seoul Schülerin von Jihoo Chung, Ungyong Kang und Seok Kim. Von 1979 bis 1983 studierte sie an der Musikakademie Detmold bei Prof. E. Besch und am Konservatorium Amsterdam bei Prof. Haitsuiker. Sie hat Lehraufträge für Klavier an den Universitäten Taegu und Seoul inne und war bereits in Seoul, Kwanju, Bloomington, Miami, Düsseldorf, Heide, Mainz und München mit Solo-Konzerten zu hören. Zu unserem vorweihnachtlichen Galerieabend spielt sie 32 Variationen c-moll (WoO 80) und die Sonate Nr. 23 f-moll Op. 57 von L.udwig van Beethoven, die Ballade 1 g-moll und Ballade 4 f-moll von Frédéric Chopin sowie La Campanella von Franz Liszt

23. 1. 2003, 21 Uhr
6. couraLon
Viola Stockmann, Volly Tanner & Janina Fleischer LADEN ANFANG JANUAR EIN (keine öffentliche Veranstaltung!)

25. 3. 2004
Marion Quitz: Zweisamkeit im Neonlicht (Lesung, Musik und Vernissage)

Die Leipziger Malerin Marion Quitz stellt ihr neues Buch vor. Darin sind nicht nur ihre aktuellen Zeichnungen enthalten, sondern erstmals auch eigene Texte.
"Es gibt kein Richtig und Falsch, kein Yin und Yang, kein Tag und Nacht in Marion Quitz' Arbeiten. Sie sind frei von dichotomen Vereinfachungen und offen, eine Vielzahl von Lebensvorkommnissen, die in Form von Fabeln und Phantasien bildhaft codiert sind, stumm zu erzählen. Die Literatur, hier erstmals mit eigenen Texten vertreten, bietet Marion Quitz Anstöße zum Dialog, von dem aus sie immer wieder in die Einsamkeit des Monologs zurückkehrt und ganze Familien metaphysischer Figuren erfindet: Tiere und Mischkreaturen, die in der Verrücktheit ihrer Zusammenstellung die Schwierigkeiten bezeichnen, die mit Begehren, Freundschaft, Zerwürfnis, Brüchigkeit und Anerkennung einhergehen. Mann und Frau diffundieren, ihre Grenzen lösen sich in Marion Quitz' Welt auf. Ihr Hauptthema bleibt die 'kulturelle Kluft' zwischen beiden Geschlechtern, über die Worte keine Brücke schlagen können, um einander zu erreichen. Allein der Körper und der Traum sind imstande, in einen Austausch zu geraten, der die Schattenhaftigkeit der Begegnung übertrifft." (Viktor Kalinke, in: Ostragehege 33, 1/2004)

26. 3. 2004
Viktor Kalinke: Wie ich Amerika entdeckte. Maya terrestris
Die Mexiko-Texte von Viktor Kalinke schärfen historisches Bewußtsein und magische Vorstellung. Sie schlagen eine Brücke zwischen Geschichte und Gegenwart, ihre Eindringlichkeit holt die vergessenen Seiten der Konquista ans Licht. Ergänzt um Zeichnungen von Marion Quitz, die in ihrer Surrealität die geistige Welt der Maya beschwören, entsteht ein faszinierendes Künstlerbuch.

26. 3. 2004, 20:30
Yvette K. Centeno, deutsch von Markus Sahr: Im Garten der Nußbäume. Ein Roman
Portugal vor und nach der Revolution, beschrieben zuweilen mit dem zornigen Gestus einer Erzählerin, die wünschte, daß “jeder Buchstabe tötete statt tot zur Erde zu fallen”. Zugleich skizziert der Roman das Innenleben der Figuren, ihren latenten Wahnsinn, ihre Leidenschaft, ihr Verlangen. Markus Sahr, mit der Prosa Yvette K. Centenos seit vielen Jahren vertraut, stellt seine jetzt erschienene deutsche Übersetzung vor.

27. 3. 2004
Sergej Birjukov (Moderation: Mala Vikaite): "Dlja golosa i slucha" ("Für Stimme und Gehör") - Eine Performance
Der Dichter, Lautpoet und Literaturwissenschaftler Sergej Birjukov stellt sein neues, in der Edition Erata erschienenes Buch „Jaja ~– Dada oder die Abschaffung des Artikels“ vor. Lesung und Performance in deutscher, russischer und Transrational-Sprache. Gemeinsame Improvisation mit seiner Tochter Elizabeth Birjukova (Querflöte), Studentin an der Hoch­schule für Musik und Theater Felix Mendelssohn Bartholdy Leipzig. Außer­dem erklingen die Werke Sequenza von Luciano Berio und Voice von Toru Takemitsu.

23. 4 2004 bis 4. 6. 2004
Lutz Naumann (Leipzig): „Horizonte“ (Kreide)
Naumanns Bilder abstrahieren die sich stets ähnelnden Motive, ohne dabei allerdings den verbindlichen realistischen Blick zu verlieren. Sie sind realistisch, ohne die nötige Abstraktion zu vernachlässigen. Vordergründig still und zurückhaltend, kann man sie doch nur bei oberflächlicher Betrachtung als naturbezogene Genremalerei bezeichnen. Diese Bilder, oft in zwei leuchtenden, kontrastierenden Farben gehalten (blau/ grün; schwarz/ weiß; grau/ gelb; schwarz/ rot etc.) zeichnen nur sehr spärlich Konturen. Sie wirken flächig. Dabei liegen die Farbblöcke wie Kontinentalplatten aufeinander, jederzeit bereit, ein Beben im Betrachter auszulösen. Diese Bilder sind ohne Zweifel schön. Aber sie tragen lächelnd etwas in sich, das in Sekunden harmoniesüchtige Illusionen zerstören kann. Sie sind in diesem Sinne hintergründig, philosophisch. Sie sind Variationen des immer gleichen Themas.
"Ich hielt sie in der Hand, diese kleinen verletzlichen Blätter in seiner Mappe. Auf den ersten Blick verwunderte mich das bescheidene Format. Der zweite Blick erfasste die leuchtenden Farben, der dritte das Eigentliche: Das Motiv. Wieder stand ich da, ich erkannte das Gefühl sofort. Diese Blätter zogen mich an. Ich spürte den Sog. Wieder hatte es mich: diese Weite, diese berauschenden Farben. Gerüche. Geschichten. Das konnte mich glatt rauskatapultieren aus dem nasskalt-zugigen Geschachtel der Stadt. Ich bin gewiss und nachweisbar kein Freund von Superlativen. Diese Zeit lebt davon und damit bis zum allgemeinen Überdruss; und ich finde, es ist auch deshalb nicht unbedingt eine gute. Aber Naumanns Bilder sind einzigartig." (Dirk Bierbaß)
zur Vernissage liest Dirk Bierbaß (Halle) aus "Ausschankschluss"
"Süffig-herbe, robust zupackende Parlando-Gedichte, nichts beschönigen." (Theo Breuer)
„Die Haltung der Gedichte ist lakonisch, provokant und anarchisch, Veränderung wollend, aber nur die Axt sehend, mit der man in ‚der Commerzbank am Markt für Stimmung sorgen’ will. Normen und Konventionen haben sich bis zum Überdruss überlebt und werden rücksichtslos verdrängt; nur bringt das Ausleben bei Zigaretten, Alkohol und Frauen keine Erfüllung. Schönheit ist ihm suspekt, denn viel Hässliches versteckt sich hinter ihr." (Rüdiger Bernhardt)

9. 5. 2004, Akademie der Künste Berlin
Wir freuen uns, daß unser Autor Thomas Kunst den diesjährigen F.-C.-Weiskopf-Preis der Akademie der Künste erhält.
In der Begründung der Jury heißt es: "Die Dichtungen und lyrische Prosa
Thomas Kunsts zeichnen sich durch opulente Bildphantasie, durch eine hohe Musikalität der Textkomposition und Wortmagie aus. Wie kaum ein anderer in der deutschsprachigen Gegenwartsdichtung perfektioniert dieser Lyriker seit seinem Debütband 'Besorg noch für das Segel die Chaussee' (1991) die Kunst, prägnante thematische Durchführung, kontrapunktisch gesetzte Störfiguren und fintenreiche Materialvariation in raumgreifende Ligaturen einzubinden. Thomas Kunst kombiniert mit Vorliebe kindheitsferne Bilder mit unmittelbarer Wahrnehmung und Projektionszeichen, die oft in südliche Gestade verführen, zu einem ebenso sprachverspielten wie sprachskeptischen Imaginationsgewebe."
Thomas Kunst, 1965 in Stralsund geboren, lebt in Leipzig und war 2003
Stipendiat der Villa Massimo in Rom. Er hat bisher vier Gedichtbände und
zwei Romane veröffentlicht. 2003 erschien sein Hörbuch REIN THEORETISCH ADIEU in der Edition Erata (Leipzig).
Der mit 5.000 Euro dotierte F.-C.-Weiskopf-Preis wird alle zwei Jahre an
Autoren sprachkritischer und -reflektierender Werke verliehen. Die
Preisverleihung findet am 9. Mai 2004 in Berlin statt. Die Laudatio hält
Peter Geist.

28.-29. 5. 2004, Lwówek Slaski
Die Literarischen Arena e.V. (Dresden) lädt Sie herzlich ein zum Besuch der EUROPATAGE 2004.
Das Projekt „Vademecum - Begegnungen auf niederschlesischem Boden” dient dem Austausch von Autoren und Künstlern der drei benachbarten Länder, Deutschland, Polen und Tschechien.

Freitag, 28.05.2004, 19:00 Uhr
Galeria Mieszczanska, Stary Ratusz, Rynek (Altes Rathaus auf dem Markt, Galerie): Eröffnung, Begrüßung, Benefizkonzert

Samstag, 29.05.2004, 10:30 Uhr
Dom Vademecum (Lwówek Slaski ul. Wl. Reymonta 17)
Begegnung im Dom Vademecum, „sonare”, Anklänge an Orpheus

ab 16:00 Uhr
Stary Ratusz, Rynek (Altes Rathaus auf dem Markt):
Literarischer Marathon mit musikalischen Zäsuren

Beteiligte Autoren und Musiker:
Urszula Koziol (Wroclaw) , Anna Janko ( Warschau), Maciej Cislo (Warschau), Renata Maria Niemierowska (Wroclaw), Marek Sniecinski (Wroclaw), Wojciech Izaak Strugala (Lwówek slaski), Libor Martinek (Opava), Bettina Eberspächer (Neckargmünd), Richard Pietraß (Berlin), Helmut Ulrich (Berlin), Viktor Kalinke (Leipzig), Ulf Großmann (Dresden), Inger Kock (Dresden), Peter Gehrisch (Dresden), Georg Wieland Wagner (Marimbaphon und Klavier, Dresden), Eleonora Gehrisch (Gesang, Dresden)

11. 6. 2004 bis 16. 7. 2004
Roman Manewitch (Skulptur) & Anatoli Tanel (Malerei)
“Paarsein ist das Leitmotiv der Mythologie Tanels Malerei. ER und SIE - wie Adam und Eva die Idee der Versuchung, Othello und Desdemona die Idee der Eifersucht, Zen­tauer und Jungfrau die Idee der Wollust verkörpern, sind alle anderen Nuancen des Instinktes Verlangen zu sehen. Es ist unmöglich die ironische Intonation seiner Impro­vi­sa­tionen nicht zu erkennen. Die Betrüblichkeit dieser Ironie zeigt sich schwerelos und am besten in den Gedanken der Liebe eines Wesens: zwei Flügel, zwei Augen und zwei Köpfe eines Schmetterlings. Das Symbol eines schönen Augenblicks, eine fla­ckern­de Kerze der Verlorenheit bezaubert und betrübt uns. In Anatoli Tanels Über­zeu­gung ist die Liebe ein vorübergehendes und flüchtiges Gut. Sie braucht zuviel Freiheit, als dass wir ihr Wesen fassen könnten.” (Ludmila Manevitch)

25.06.2004, 20:30 Uhr
7. couraLon
Janina Fleischer, Volly Tanner & Viola Stockmann laden ein (geschlossene Veranstaltung)

28. 8. 2004, 20 Uhr
WEISSENFELS
NOVALISSTRASSE 13
Lesung mit Viktor Kalinke (Leipzig): Über Flüsse und Pflanzen

„Wie lange / noch dienst du mir / Natur / zum Gleichnis ...“ Ein lyrischer Querschnitt
im Rahmen des Kunstprojekts „BRAND - SANIERUNG“

8. 10. 2004
Ausstellungseröffnung: Daniel Grunewald (Leipzig): Der Kopf des Architekten (Zeichnungen)
Daniel Grunewald vereint zwei Talente, die bildenden Künstlern nur selten gleichermaßen gegeben sind: Sicherheit des Strichs und skurril anmutende, gedankliche Tiefe. Letztere mag von Kafka oder Borges inspiriert sein – sie läßt auf weitergehende Überraschungen hoffen.
Buchpremiere: Tanja Heinze liest aus ihrem Debüt „Der Schnee des letzten Sommers“ – mit Illustrationen von Daniel Grunewald
Diese Geschichte ist ein Psychogramm. Und sie ist ein Roman. Johannna führt ein geliehenes Leben. Die Unfähigkeit, Glück und Lebensfreude in sich selbst zu finden, verführt sie immer wieder, sich anderen Menschen anzuschließen. Zweierbe­ziehungen mißlingen. Die Realität wird zum fortwährenden Selbstbetrug, die Erzählerin zum Produkt ihrer Umwelt. Sie spiegelt in ihren Gedanken eine Gesellschaft, die per eMail kommuniziert, kaum noch wirkliche Begegnungen zuläßt und an ihrer Modernität notwendigerweise erkranken muß.

12. 11. 2004
Udo Haufe (Dresden): „Die Unendlichkeit der Jahresringe“ - Druckgraphik
„Udo Haufe ist ein Sammler. Geht der Dresdner Künstler spazieren, so kommt er nicht selten mit riesigen Holzstücken nach Hause zurück, färbt sie ein und drückt sie aufs Papier. Entdeckt in der so sichtbar gemachten Struktur einen Mond, einen Tunnel aus Licht, den Himmel überm Meer. Setzt Stücke aus Packpapier dazu und beginnt, Geschichten zu erzählen. Da steht eine hohe Königsgestalt stolz und aufrecht vor aufgewühltem Himmel, reichen sich zwei schlanke Liebende die Hände, segelt ein Boot einsam übers Meer. Zarte Kunstwerke entstehen auf diese Weise, die in jedem Betrachter eine andere Assoziation hervorrufen. Zufällig, so sagt Haufe, sind die meisten entstanden - Überraschung ist nicht selten auch für ihn das erste Gefühl beim Betrachten. „Mir ist wichtig, daß man das Material sieht, mit dem ich arbeite“, erklärt Haufe, wieso er sich für Druckplatten aus Holz entschieden hat, die ihre Lebensspuren auf dem Papier hinterlassen. „Ich schaue zuerst, was die Platte schon mitbringt“, sagt er, „habe Respekt vor dem Material als Lebewesen.“ Nur vorsichtig greift er deshalb nach dem Druck noch in die Struktur ein, verstärkt die Linienführung oder setzt eine einsame Figur dagegen.“ Birgit Andert
Zur Vernissage liest die Autorin Gesche Blume „Lilith im blauen Kleid“, „Jeunesse dorée“, „Orangen essen“ – Texte mit einer eigenartigen Balance zwischen wiederaufgegriffenen Andeutungen und überraschenden Wendungen, ohne Schnörkel. Was, wenn der Rest einer geschälten und halb gegessenen Orange in den Rinnstein geflossen ist? Oder Vanilleeis. Was, wenn das Garn einer weiten Frauenhose es aufsaugt. Und die Trägerin es nicht merkt, nicht so wie jener, der schon nachgeschaut hat, wo sie entlang gegangen ist? Und der vergisst, dass er Tomatensuppe bestellt hat, während er noch in die rote Farbe vertieft ist, am Fenster sitzt, vor dem es weiter regnet? Facettenreiche Alltagssituationen, in Nichts aufgelöst, das sind die Erzählungen von Gesche Blume – denn in einem Zeitalter der Auflösung leben wir. Dekadenz, hätten ihre Figuren gern gesagt. Gesche Blume behauptet von sich, sie sei schon im Koma auf diese Welt gekommen und seither nicht mehr wirklich erwacht. Nun reist sie, gekleidet im Stil des fin de siècle, umher und trägt sinnliche Texte vor. Als Hommage oder Parodie, ganz wie Sie wünschen, denn: das Klischee ist der einzige Zugang zum Klischee.
Katrin Vogel (piano), Torsten Pfeffer (perc) und Tobias Klich (git) spielen Sätze von J. S. Bach und eine Improvisation zu Steve Reich „Clapping music.“

10. 12. 2004 bis 28. 2. 2005
Tatiana Petkova (Plovdiv, Leipzig): „QUERBEET“
Druckgraphik, fotoshapes, Videosequenzen

Quaderförmiges wölbt und dellt sich zur Höhle, Tür­öff­nungen fließen ins Offene, Gesichter mutieren zur Landschaft. Petko­vas Graphiken bergen eine heftige, expressive Linienführung, unbändige Energie und ge­heim­nisvolle Details. Ohne Unterlaß fordert die Künstlerin auf zur “Befragung unserer Exi­stenz” (Peter Guth). Die Ausstellung zeigt erstmals Petkovas Aus­einan­der­set­zung mit foto­grafischen Medien. Zur Ver­nissage liest die Schauspielerin Corinna Waidbauer. Außerdem ist Balkan Brass (“Fundstück-Musik”) zu hören.

2. 2. 2005, 19 Uhr
Finnland-Institut Berlin
Buchpremiere: Pentti Saarikoski: TIARNIA 1 - 3

Der Tiarnia-Zyklus, eine Folge von drei Gedichtbänden, liegt erstmals komplett in deutscher Sprache vor. Das Buch wird von den Übersetzern Richard Semrau und Sabine Fahl erstmals vorgestellt.

3. 3. 2005, Eickelborn (Lippstadt), 10 bis 16 Uhr
20. Eickelborner Fachtagung zu Fragen der Forensischen Psychiatrie: „Was wirkt?“
Workshop mit Dr. Torsten Klemm: Selbstkontrolltraining für körperliche und sexuelle Gewalttäter – Grundlagen und Methoden

17. bis 20. 3. 2005
Stand B317, Halle 5
Besuchen Sie uns auf der Leipziger Buchmesse!

Auf sieben Veranstaltungen und an unserem Stand – dieses Jahr nicht mehr beim Gemeinschaftsstand des Börsenvereins, sondern an einem eigenen Stand im Bereich „Buch + Kunst“ – können Sie uns kennenlernen, mit uns ins Gespräch kommen und in unsere neuen Bücher hineinschnüffeln. Viel Spaß!

17. 3. 2005, 13 Uhr
Messegelände, Forum
Halle 3, Stand B403
Tanja Heinze (Wuppertal) liest aus “Der Schnee des letzten Sommers”

Diese Geschichte ist ein Psychogramm. Und sie ist ein Roman. Johannna führt ein geliehenes Leben. Die Unfähigkeit, Glück und Lebensfreude in sich selbst zu finden, verführt sie immer wieder, sich anderen Menschen anzuschließen. Zweierbe­ziehungen mißlingen. Die Realität wird zum fortwährenden Selbstbetrug, die Erzählerin zum Produkt ihrer Umwelt. Sie spiegelt in ihren Gedanken eine Gesellschaft, die per eMail kommuniziert, kaum noch wirkliche Begegnungen zuläßt und an ihrer Modernität notwendigerweise erkranken muß.

17. 3. 2005, 19 Uhr 30
Edition Erata
monday shake sharon & pigg präsentieren: “Mondphasen” (Duplex C-Prints)

Seit 1999 experimentieren Ralph Klement (pigg) & Simona Heilemann (sharon) an der künstlerischen Umsetzung von Körperbildern, die pornografische Plattitüden meidet, ohne sich gesellschaftlichen Tabus zu unterwerfen. Als Resultat entstehen Bilder mit überraschender Tiefenwirkung. Extreme Beleuchtung und weiche Grauwerte wecken die Lust des Betrachters, sich an ästhetische Grenzen zu begeben. Klement, dessen Arbeiten auf internationalen Symposien, auf der Art Cologne, der Art Frankfurt, im Berliner Bundestag & im Dresdner Landtag zu sehen sind, präsentiert heute ein von ihm entworfenes Buch, das zu einem Text von Horaz Körperregionen unter dem Motto “Mondphasen” abbildet.

18. 3. 2005, 14 Uhr
Messegelände, Nordisches Forum, Halle 4, C304
in Zusammenarbeit mit dem Finnland-Institut und der Deutsch-Finnischen-Gesellschaft Berlin
Pentti Saarikoski: TIARNIA und der Ausklang der finnischen Postmoderne

Der Tiarnia-Zyklus, eine Folge von drei Gedichtbänden, liegt erstmals komplett in deutscher Sprache vor. Das Buch wird von den Übersetzern Richard Semrau und Sabine Fahl vorgestellt. Auf der Insel Tjörn geschrieben, bilden die Texte das Spätwerk des postmodernen Klassikers der finnischen Poesie. Dieses Buch versammelt Texte von faszinierender Musikalität. Saarikoski gilt als der Allan Ginsberg Finnlands. Hier hat alles Platz, was sich sprechen läßt. “Semrau ist es gelungen, einen deutschen Text herzustellen, über den sich genauso sprechen läßt wie über das finnische Original.” (Stefan Moster, Dt.-Finn. Jahrbuch)

18. 3. 2005, 15 Uhr
Messegelände, Forum Halle 5, Stand A304
Pentti Saarikoski: TIARNIA und der Ausklang der finnischen Postmoderne

18. 3. 2005, 19 Uhr 30
Edition Erata
Pentti Saarikoski: TIARNIA und der Ausklang der finnischen Postmoderne

19. 3. 2005, 14 Uhr
Messegelände, Forum Halle 3, Stand B403
Peter Gehrisch präsentiert: “Wojciech Izaak Strugala, Phantasmagorien”

Strugalas Dichtung nährt sich von religiöser Empfindung und den Gründen der Philosophie, den Mythen genauso wie von den naheliegenden Alltagsdingen, den Widernissen der Zeit, die sein gleichermaßen zu Leiden und Lob­preisung befähigtes Ich anzu­erkennen weiß. Vom Richt­pol der Liebe bewegt, rückt er das Maß des Menschlichen ins Bild. Der Dichter korrespondiert in seiner Poesie wie kein zweiter polnischer Gegenwartsautor mit deutschen Klassikern und Romanti­kern, insbesondere Hölderlin und Novalis. Für sein Werk wurde Strugala mehrfach ausge­zeichnet (u.a. mit dem Jan-Kochanowski-Preis 1994). Der Übersetzer & Nachdichter Peter Gehrisch stellt das Buch auf deutsch vor.

19. 3. 2005, 19 Uhr
Spizz-Keller (Am Markt)
Preisverleihung des Hörspiel-Nachwettbewerbs „Auf der Suche“

Der Hörspielsommer e. V. veranstaltet wieder einen Nachwuchs­wett­bewerb in Kooperation mit der Leipziger Buchmesse. Diesmal heißt das Thema "Auf der Suche". Die schönsten Stücke werden in einer gemütlichen Jurte auf der Buchmesse vorgespielt. In der Jury sitzen u.a. der Preisträger des Vorjahres sowie Vertreter des MDR, des Hörspielsommer e.V. und der Edition Erata. Der Gewinner wird mit einer Hörbuch-Produktion in der Edition Erata prämiert.

19. 3. 2005, 19 Uhr 30
Edition Erata
Silvio Pfeuffer: „Tausend Sonnen sind eine vermisste Million“

Pfeuffers am technischen Zeitalter erprobte Sprache legt die Absurditäten des Banalen bloß. Mann und Frau bleiben bei ihm an Lappen hängen, die aus Rätseln geschnitten sind, wenn sie Sex auf Skiern machen, sich moralisch hinrichten, von der Mono­gamie des Regens doof werden, sich Orgasmen wie bevormundete Quallen auf den Rücken setzen, sich nur dann nicht verraten, wenn sie schweigen, und sich gehen lassen, wenn sie sich nichts angehen.

20. 3. 2005, 15 Uhr
Polnisches Institut
Peter Gehrisch präsentiert: “Wojciech Izaak Strugala, Phantasmagorien”


22. 4. 2005
Grafik zur Literatur
Die Schriftsteller Ralph Grüneberger & Manfred Jendryschik zeigen Werke aus ihren Privatsammlungen. Zur Vernissage liest Peter Gosse aus "Neles Selen", Beiträge zur bildenden Kunst.

30. 4. 2005, 11 Uhr
Kloster St. Marienthal, bei Görlitz
Torsten Klemm: “Hat Gewalt ein Geschlecht?”

Vortrag im Rahmen der gewaltpräventiven Fortbildung des Deutschen Kinderschutzbundes

30. 4. 2005, 19 Uhr 30
Gut Haferkorn, bei Leisnig
Viktor Kalinke: “Die Kunst : den Ort zu finden” - Liebesgedichte und Kurzprosa

Kalinkes Texte balancieren zwischen Entrücktheit und irdischer Lust, sie entfalten eine Fülle sinnlicher Gesten und Szenerien.
(im Rahmen des “Sächsischen Literaturfrühlings”)

5. bis 7. 5. 05
Minipressen-Messe Mainz
Verlagspräsentation am Stand

10. 5. 2005, 20 Uhr
Die Leidenschaft des Sammelns
Lesung und Gespräch mit Ralph Grüneberger und Manfred Jendryschik

(im Rahmen des Sächsischen Literaturfrühlings)

23. 5. 2005, Haus des Buches, 20 Uhr
Gesche Blume liest aus „Lilith im blauen Kleid“
Verlagspräsentation zu den Autorengesprächen

27. bis 29. 5. 05
Kunstmesse Halle

20. 6. 2005, 19:30
Polnisches Institut
Herkus Kuncius liest aus „Ornament“, deutsche Übersetzung: Mala Vikaite

Herkus Kuncius, geb. 1965 in Vilnius, ist ein lustvoller Provokateur gegen litauische / literarische Konventionen. Er nutzt in seiner Prosa die Mittel der Parodie und Negation, bedient sich freizügig am kulturellen Fundus der Welt. Für manche ist er ein Vergewaltiger, für andere der radikalste Erneuerer der litauischen Literatur, der die christliche Kultur ihres Sinns entwertet und entleert, der Zweifel weckt an der kommunikativen Macht der Literatur überhaupt.

21. 06. 2005, 19 Uhr
Ausstellungshalle, Schulstrasse 1A, Frankfurt am Main, Baltikum am Main
Ausstellungseröffnung: „Das Land und das Ich“, Fotokunst aus dem Baltikum

Ramune Pigagaite (geb. 1966) aus Litauen hat mehrere Fotoserien über das ländliche Leben in ihrer Heimat geschaffen, die ihr auch in Deutschland, wo sie seit 1992 lebt, Renommee eingebracht haben. Bei der Ausstellungseröffnung stellt sie ihren gerade in der Edition Erata erschienenen Fotoband "Dorfbewohner MORTE" vor.
Begrüßung: Hartmut Holzapfel, MdL, Vorsitzender des Ausschusses für Wissenschaft und Kunst im Hessischen Landtag

22. 6. 2005, 20 Uhr
Literaturhaus, BOCKENHEIMER LANDSTRASSE 102, Frankfurt am Main
Lesung: Die Sprachen und Literaturen des Baltikums: Herkus Kuncius liest aus „Ornament“