![]()
Chronik von November 1998 bis Juli 2005
26. 11. 1998
Gründung der Edition Erata durch Marion Quitz &
Viktor Kalinke
„Publikation von Büchern, CD, deren Vertrieb der Verfügbarkeit
in Katalogen, Organisation von Veranstaltungen“ – Auszug aus
dem Gewerberegister
Erstes Buchprojekt wird die zweisprachige Ausgabe des Daodejing von Laozi.
Oktober 1999
„Echo der Stille“: Marion Quitz (Malerei)
& Viktor Kalinke (Text)
Ausstellung am Goethe-Institut Kairo-Alexandria, gleichnamiger Katalog
16. 12. 1999
„Indianer im karierten Hemd”
Buchpräsentation mit Viktor Kalinke
Ausstellungseröffnung: Grafiken von Marion Quitz
14. 1. 2000
“Erst die Linke, dann die Rechte. Irritationen
und Mortalität”
Buchpräsentation mit Thomas Kunst Oliver Kossack Undine Materni
Steffen Balmer Thomas Winter mariam abdel al Michael Touma Gabriele Francik
Marion Quitz Viktor Kalinke - Ausstellungs- und Galerieeröffnung
Es spielt: Jannique (Leipzig)
17. 3. 2000
“Echo der Stille. Skizzen aus Ägypten”
Eine Ausstellung mit Ölbildern, Graphiken und Animationen von
Marion Quitz (diese Ausstellung wurde bereits im Oktober 1999 am Goethe-Institut
Kairo / Alexandria gezeigt), zur Eröffnung findet eine Lesung mit Texten
über das moderne Ägypten statt
18. 5. 2000
“Zerbrochenes Holz”
Unorthodoxe Kalligraphien zum Laozi, Daodejing auf Papier und Treibholz
von Thomas Baumhekel. Während der Ausstellungszeit findet an jedem
Donnerstag eine Diskussion zu einem Kapitel des Daodejing statt.
14. 7. 2000
“El Gancho bravo - Tango-Etüden”
Zeichnungen und Malerei von Caroline Thiele zum gleichnamigen Buch
- zur Vernissage Gesang von Iris Donner und Band sowie Tanz zum Tango argentino
22. 9. 2000
“liberi terrestris - Kinder der Erde”
Fotographien von Katja Langer, Texte Viktor Kalinke
9. 11. 2000
„Moskowskaja - Bilder aus dem neuen Russland"
Dia-Vortrag mit Robert Rudolph über seine Beobachtungen in Moskau,
St. Petersburg, Jekaterinburg und Sibirien
17. 11. 2000
“GEIGERAD oder das lied von den brennenden perlen”
Eine Traumerzählung von Christoph Schwarz mit musikalischer
Improvisation, Zeichnungen: Katrin A. Knief
“horch: gronk-, gulg- und glaumreich rächt sich die nacht. handig
umrucht von brüchigen wolken, als ob qualkende kröten, gepanzert,
krarrend, in die schwarzen bäume gestellt, zu gurfen anfingen. Oh,
dieses drakende gorren über den schindeldächern...”
2. 2. 2001
Britta Schulze (Leipzig): “women in love”
Holzschnitte, Malerei, Zeichnungen – Vernissage
außerdem: “Die Kunst : den Ort zu
finden” – Buchpremiere mit Viktor Kalinke
Ausstellung nur bis 26. 2. 2001
12. 4. 2001
„Neue russische Kunst“ aus St. Petersburg
und Krasnodar:
Wladimir Chacho, Inna & Mark Li, Wladimir Grig, Tatjana Schkarina, Olga
Kowtun, Wladimir Tolmatschow, Waleri Mimilijan u.a.
Performance, Installation, Buchpräsentation
Ausstellung bis 24. 5. 2001
1. 6. 2001
Ingo Garschke (Leipzig): Zeichnungen, Graphik, Plastiken
zur Anatomie und Morphologie
Ingo Garschke ist Spezialist für künstlerische Vivisektion –
atemberaubend
Ausstellung bis 12. 7. 2001
16. 6. 2001
„Duo mit Messer“
Holzschnitt-Werkstatt zum Mitmachen unter Leitung von Inka Grebner von 10
bis 17 Uhr
Die besten Arbeiten werden als Künstlerbuch gedruckt !
21. 6. 2001
„Anatomie und Morphologie in der Kunst“
Vortrag von Ingo Garschke
13. 7. 2001
Thomas Wolf (Leipzig): „Nachbarschaften. Im kleinen
Kreis. Sektor 1“
Fotographien aus dem Zyklus und Unikate: Schlicht-Wesentliches, sozialer
Schlamm und Kontrapunktisches
21. 8., 28. 8., 4. 9. und 11. 9. 2001, 17 bis 19
Uhr
„Isis und Osiris auf Papier“
Mona Ragy Enayat, bekannte Malerin und Sängerin, verknüpft in
diesem Workshop die Wissensvermittlung über alte ägyptische
Symbole und ihre Mythologie mit der Gelegenheit zur freien künstlerischen
Gestaltung. Das Blatt ist sozusagen vor Beginn des kreativen Arbeitens zwar
weiß, aber nicht leer – sondern gefüllt mit geheimnisvollen,
spannenden, rituellen, abenteuerlichen Geschichten, die zwischen Okzident
und Orient pendeln. Ob in Schriftgestaltung, Malerei und Graphik, Tattoo,
Objekten, Basteleien oder selbstgeschriebenen Erzählungen – die
Anregungen durch die ägyptische Tradition ermöglichen es, sich
im Spiegel der Kultur selbst zu entdecken. Der Workshop erstreckt sich aufbauend
über vier Nachmittage. Am Ende werden die besten Arbeiten in einem
Künstlerbuch veröffentlicht und in einer Ausstellung gezeigt.
Für Teilnehmer zwischen 9 und 99
Materialien und Werkzeuge können nach eigenem Geschmack mitgebracht
werden
30. 8. 2001
NACHBARSCHAFTEN. IM KLEINEN KREIS. SEKTOR 1
Fotographien und Instrumente von Thomas Wolf
Finissage mit Gerd Schenker (mdr-Orchester)
Finissage
14. 9. 2001
Wolfgang Brenner (Borchen): „LanDsichten. Collagen“
„Was einem Zufallsfund oder einer Laune zu verdanken ist, basiert
in Wirklichkeit auf einer vorab reflektierten Beschränkung, auf die
manuelle Bearbeitung folgt: der Zufall wird bildwürdig. Hat das objet
trouvé seinen Ort in der Collage gefunden, erübrigt sich die
Frage nach der Zweckdienlichkeit oder Herkunft.“
4. 10. 2001
Michael Meinicke (Wabern-Uttershausen):
Lesung aus dem Erfolgsroman “Ostkreuz” über die DDR-Beat-Generation
"Michael Meinicke schildert die Beat-Generation der DDR von Prager
Frühlings-Stimmung und Einmarsch-Schock 1968 bis zur eigenen Republikflucht
aus der Insider-Perspektive, unbefangen und vorbehaltlos, selbstironisch
und lakonisch. 260 Seiten lang wird Episode an Episode gereiht, ohne zu
glorifizieren oder schamhaft zu bemänteln. Der Leser erfährt
einiges über das interne Netzwerk der Alternativen,
über selbstverständliche Solidarität, über die Berechenbarkeit
des Stasi-Staates und die Schlupflöcher im System. In erster Linie
aber transportiert das Buch Empfindungen: Die der Hilflosigkeit und
des Ausgeliefertseins ebenso wie eines wachsenden Selbstbewußtseins
und wuchernder Wut." (Peter Gerdes)
26. 10. 2001
Christiane Franke (Leipzig): „Himmel, Erde und
der Luftraum dazwischen“
Radiergummi-Drucke zu Versen aus der Sammlung Atharvasamhita und Fahnen-Installation
– eine Annäherung an Indien
„Mich reizte vor allem die Andersartigkeit der Leute und der Kultur,
die Menschen, das Chaos und die Farben. Beeindruckend war der Kontrast von
Ruhe und Lärm, der Einsamkeit und dem Gedränge in den Städten.
Man fühlt sich wie in eine andere Zeit hineinversetzt. Für mich
war die Schönheit der Landschaft im Himalajagebirge und auf den Andamanen
faszinierend. Die Felder, die Berge, das Gestein, die Erde. Dann das Feuer,
die Fahnen,die Klöster und Brücken. Das Zeichnen war für
mich eine Möglichkeit des Festhaltens, Bewahrens und Innehaltens. Ich
habe mir viel Zeit gelassen damit und arbeite letztlich schon fast drei
Jahre an diesem Thema. Das ist vielleicht eine Art Zitat dieser Kultur,
eine Huldigung ihrer Dinge und Farben. Eine Art Danksagung. Wenn ich einen
Mönch mit seinem leuchtend roten Gewand auf einem Pferd durch die öde
Wildnis reiten sah, war das für mich einfach überwältigend.“
Öffentliche Hörspielaufnahme der "Großen Hymne an die
Erde"
14. 12. 2001
Anna Kling (Weimar, Minneapolis): “Verlockungen”
„Snails”, “A tender feeling”, “Langsamkeit”
und “Strudel” ¾ Tentakelwunderkosmosmalerei,
Videoinstallationen, Stills und erotische Weihnachtsbäckerei
8. 2. 2002
Annette Degenhart (Leipzig): “Dank Dir, Poet”
Zeichnungen, Holzschnitte, Illustrationen zur Literatur
Lesung und Buchpräsentation mit Susann Kreller
“Ich verwende ausschließlich gefundene Holzplatten, die Holzsorten
sind daher oft verschieden, das Holz mal mehr, mal weniger trocken. So reißt
und bricht es ganz unterschiedlich aus beim Schneiden.”
24. 2. 2002, 20 Uhr
„Freiheit macht Arbeit“
Lesung und Bilderschau mit Viktor Kalinke
zur Eröffnung der Fortuna-Werkstätten Dresden, Prießnitzstr.
44-48
15. 3. 2002
Lev Silber (Nishni Nowgorod): „Das verborgene Gesicht
Rußlands“
Altgläubige, Stadtlandschaften, Porträts (Fotografie)
„Prefers to be guided by his own feelings. Takes pictures of a person
in his or her habitat, in the process of activity or work. The psychological
contact and trust between the artist and a model is considered to be a must.
Prefers to work with artistic persons and old believers. Concentrates on
direct photographic procedures and printing, pictures per se, ignores artificial
techniques.“
mit einer Lesung von Sabine Fahl aus Fjodor Abramows „Aus dem Geschlecht
des Awwakum“ und Improvistionen von Leonhard Kähler zu musikalischen
Themen der Altgläubigen
20. 3. 2002, 20 Uhr
Viktor Kalinke: „Herbst auf Sumatra“
Ein poetischer Dialog mit Miloš Crnjanski
Zur Lesung werden Holzschnitte von Inka Grebner gezeigt, Veranstaltungsort:
Evangelisches Studienhaus, Sommerfelderstr. 20, Leipzig
21. 3. 2002
„Von Sumatra bis Lamento über Belgrad“
Zu den poetischen Visionen des Serben Miloš Crnjanski – Eine
Hommage mit Dusan Hajduk-Veljkovic und Viktor Kalinke
Milos Crnjanski (1893-1977) nimmt innerhalb der Avantgarde mit seiner von
Introversion gekennzeichneten Theorie des "Sumatraismus"
einen exotischen Platz ein. Es erscheint unmöglich, diese spezielle
Richtung in eine Schublade einzuordnen. Strömungen wie der Zenitismus
und der Konstruktivismus konnten Milos Crnjanski künstlerisch
kein Zuhause bieten. Er war sozusagen Einzelkämpfer, dessen charakteristische
Motivik sich durch sein gesamtes Schaffen zog. Intuition, Assoziation, grenzenlose
Befreiung erhebt er zu seinen Dichtungsprinzipien, worin es um die Kraft
der Visionen, um inneres Erleben, subjektives Gestalten und um den Gegensatz
zwischen Realität und Irrealität geht.
22. 3. 2002
Thomas Kunst: „Vielleicht in Briefen, aber wenigstens
in Briefen“
Gedichte und Prosa
23. 3. 2002
Neue Texte
von Gregor Runge und Nora Bossong (Literaturinstitut Leipzig)
27. 4. 2002, 19 Uhr 30
„5 Töne betäuben des Menschen Ohr“
Musik und Texte zu Laozi’s Daodejing mit Viktor Kalinke (voice), Wolfram
Dix (perc), Andreas Brinsa (perc) & Lutz Ambrosius (viol)
Ort: Zentrum für Zeitgenössische Musik, Schevenstr. 17, 01326
Dresden
3. 5. 2002
Michael Triegel und Juan de la Cruz: „Die Dunkle
Nacht”
32 Radierungen zur aus dem graphischen Werk
Lesung aus “Gottes Fleisch” (Essay von Viktor Kalinke) und den
“Bekenntnissen” des Augustinus
23. 5. 2002
Liljana Dirjan (Skopje): „Schwere Seide“
Gedichte als offene Form intimer Kommunikation – die Lyrikerin liest,
Übersetzung aus dem Mazedonischen: Sabine Fahl
„Dirjans Texte beschränken sich manchmal aphoristisch, asketisch
auf wenige Zeilen, ein andermal entwerfen sie einen ganzen autobiographischen
Roman. Offener Geist – offene Form. Das ganze Leben und die ganze
Erfahrung – von der Körpererfahrung des Gebärens und der
Mutterschaft bis zur Erfahrung des Schreibens selbst, von der Erfahrung
der Einsamkeit und Armut bis zur Berührung mit fernen Zivilisationen
und Landschaften...“ (Stevan Tontic)
21. 6. 2002
Ausstellung bis Ende September
Anna H. Frauendorf (Berlin): "anKIRYLna"
Vernissage mit Programm und Versteigerung
ein kammerspiel aus blei, silber und schwarz
zeichnungen, karton-drucke und fotografie
Ein Kammerspiel der leisen, polyphonen Kl?nge erwartet den Besucher der
Ausstellung "anKIRYLna". Daß der Mensch ein Labyrinth sei
- davon zeigt sich Anna H. Frauendorf überzeugt und zieht Linien übers
Bild, ruhelos, sich verdichtend, ein Ariadnefaden, der einen Ausgang weisen
soll: Phantasie. Mit Bleistift und Ritzungen entstehen Figuren und organische
Konstellationen, eine eigenwillig poetische Welt, die den Assoziationen
Raum läßt. Vom dokumentarischen Wirklichkeitsabbild abstrahieren
auch die seriellen Schwarzweiß-Fotografien der BAHNHÖFE, sie
beschreiben einen Umschlagpunkt hin zum Zeichenhaften. Die Farbserie SCHUBLADEN
nimmt dagegen eine soziologische Studie in Angriff. Mit neugierigen Augen
untersucht sie, was innerhalb einer Wohnung den Blicken der Gäste sonst
nicht zugänglich ist.
4. 10. 2002
Yvette Kießling (Leipzig): Heidenhimmel
Arbeiten mit Acryl, Radierungen und Zeichnungen
"Das von Homo Faber gefürchtete Organische, das Gegrummel, Gewachse
und Gewusel der Tier- und Pflanzenwelt, birgt für Yvette Kiessling
den wichtigsten Quell schöpferischer Vorg?nge. Und der Wald, Homo Fabers
Ort des Entsetzens, ist bevorzugtes Ziel ihrer künstlerischer Erkundungen.
Zu ihren Motiven gehören schwellende Baumkronen ebenso wie dürre
Stämme und knorrige Sträucher, hüpfende Hasen, sich windende
Füchse, faul darniederliegende Echsen ebenso wie verwesende Kadaver
oder Schädel. Und gestrandete Wale - wabbelige Riesenk?rper, die für
sie Inbegriff des Urtümlichen sind. Yvette Kiesslings Pflanzen und
Geschöpfe sind zuweilen einzeln dargestellt, meist jedoch in raumbildende
Kompositionen eingebunden, die dank raffinierter Anschnitte als zuf?llig
ausgewählte Fragmente erscheinen." (Arnold Bartetzky)
25. 10. 2002
Thomas Böhme (Leipzig): Das vernachlässigte
Geschlecht
Fotografien von Jungen zwischen 13 und 19
Vernissage, Versteigerung und Buchpremiere
Thomas Böhme liest aus “Schwarze Archen”
“Und ich sah ein paar jungs dieser stadt zu, was sie so trieben...
Und ich lausche ergriffen ihrer brutalen sprache / der kaum in einem buch
auffindbaren knappen & unpathetischen sprache / der erotischen sprache
mit ihrem technischen vokabular. Und nicht selten fällt neben dem erobernden
lachen ein stolzer blick voll resignation auf. Noch in der pose für
den photographen verbirgt sich der jahrhunderte unruhe und zukünftiges
leid.” (Thomas Böhme)
"Seit Mitte der 90er begleitet Thomas Böhme Jugendliche - mit
der Kamera. Rund um die 1000 Porträts sind dabei entstanden. Fotos
von Jungen zwischen halbstark und hilfsbedürftig. Selbstbewußte,
eigenwillige Typen, die ausleben, was in ihnen ist, 'heute Skin, morgen
Punk' ist da nur konsequent. Thomas Böhmes Fotos fangen zugleich ein,
wie sie sein wollen - und sind. Serien halten Entwicklungen fest. Das macht
sie zu eindringlichen Dokumenten." (Hendrik Pupat, Leipziger Volkszeitung)
“Thomas Böhme, Leipziger Dichter des Jahrgangs 1955, versetzt
den Betrachter auf die Spur zurück zu sich selbst: In die Zeiten der
Anfänge und Aufbrüche, als alles noch Wahrheit und Weg war. Und
dieser Blick zurück geht nicht ohne Ironie, Sehnsucht nach dem Stadium
der eigenen Unschuld. Es ist von Bewunderung die Rede, von beigemischtem
Neid wohl auch: In diesem Alter ist alles leicht und vieles nicht wichtig.
Der Körper hat eine eigene, halb angelernte, halb kreiierte Sprache
und vollführt fast tänzerisch undurchschaubare Riten. Thomas Böhme
ist es gelungen, ein paar Mal den Fuß in die Tür zu stellen.
So konnten diese fotografisch unaufwendigen und prätentionslosen Fotos
entstehen.” (Peter Guth)
"Böhme, der Leipziger Schriftsteller, ist ein Freund der Fotografie
und des Fotografierens. Er tritt nicht als Fotokünstler auf und ist
dennoch nicht ohne den Ehrgeiz, mit den Mitteln der Fotokunst zu erzählen.
Von den vielen verlierbaren Momenten, die das Leben ausmachen. In den Schwarzweißbildern
von Böhme ist die Schönheit des Augenblicks, der nur einen Klick
lang gilt. Thomas Böhme hat eine ästhetische Form gefunden, die
sich fürs bloße Begaffen nicht eignet." (Bernd Heimberger,
Berliner LeseZeichen)
29. 11. 2002 bis 28. 2. 2003
Inna Li (St. Petersburg): Häuser
Malerei, Grafik und Mischtechniken
Vernissage mit Versteigerung
Programm: Vierundzwanzig Gedichte in Begleitung
Klavierimprovisationen von Stefan Neumeier zu Gedichten von Swen Friedel
und Johanna Schwedes
"Menschen kommen und gehen, ziehen ein und aus, aber die Häuser
und so
mancher Baum überlebt eine oder mehrere Generationen." (Inna Li)
"Einen Schmelztiegel künstlerischer Motive offeriert Inna Li,
Meisterin der
Serie; Zitate aus der Renaissance wie auch aus afrikanisch-indianischen
Kulturen lassen sich in ihren kubo-surrealen Werken erkennen."
(Viktor Kalinke, Neue russische Kunst)
"Inna Li läßt den Betrachter seelische Untiefen ausloten.
Ihre symbolische
Bildsprache entstammt einer Märchen- und Traumwelt, die ungewöhnlich
starke surreale Konstruktionen schafft." (Kristin Teichert, Leipziger
Volkzeitung)
30. 1. 2003
“rein theoretisch adieu”
live-Uraufführung des gleichnamigen Hörbuches mit Thomas Kunst
(Texte, Sprecher), Ralf-Ingo Ebert (piano, perc), Dieter Altmann (git) und
Annekathrin Bahls (clar)
“...Von geheimnisvollen Weltgegenden und noch geheimnisvolleren Frauen
ist die Rede. Sind es reale Figuren oder Imaginationen des Erzählers?
Auch das ist letztlich nicht wichtig, denn die Gesetze der Wirklichkeit
sind hier außer Kraft gesetzt. Zwar weiß Kunst recht nüchtern
von “verletzungsbedingten Kussarten” und von “Plastemäulern”
zu berichten, gleich anschließend ereignen sich jedoch höchst
surreale Vorgänge.” (Sabine Doering, Frankfurter Allgemeine Zeitung)
“Die Lyrik des Thomas Kunst vermittelt das Gefühl der Sympathie
mit den stummen Dingen – immer wieder kommen sie auf seine Subjekte
zu und setzen diese erst in Bewegung - vermitteln ein Gefühl der Zusammengehörigkeit
aller Körper in dieser irdischen räumlichen Welt, als bestünde
der Körper dieses Dichters aus lauter Chiffren, die ihm alles aufschließen.”
(Jürgen Serke, DIE WELT)
14. 3. 2003 bis 17. 4. 2003
Peter Hankel (Seligenstadt bei Frankfurt a.M.): Zwischen
System und Intuition
Die Modulvariationen, Konzeptionelles Künstlerbuch und konkrete Malerei
“War das Modulsystem zunächst aus der Malerei heraus erarbeitet
worden, um in der Malerei als Grundlage für Bildlösungen
zu dienen, so ist hier eine Formulierung gefunden, die ganz im theoretischen
bzw. konzeptuellen Bereich positioniert ist.” (Johannes Kögler,
Kunstverein Friedberg)
“Peter Hankels einzigartige Dokumentation einer künstlerischen
Gestaltungsidee: Aus den vielfältigen Variationsmöglichkeiten
des Moduls ein Unikat-Buch mit der theoretischen Auflage von einer Million
jeweils unterschiedlicher Exemplare zu schaffen.” (Thomas M. Paul,
Kunst + Kommunikation, Seehaupt)
“Peter Hankels Modul ist das Maß der methodischen Konstruktion,
es ist ein Manifest der beweglichen Ordnung. Eine schier unendliche Kette
von einzelnen Bildern entsteht. Bilder, die allesamt auf einem kleinen Alphabet
von Linien basieren: Linien, die zunächst nichts als Linien sind, als
Linien, so, wie Buchstaben zunächst nur Buchstaben sind, dann zu Wörtern
werden, dann zu Sätzen.” (Jürgen Raitz von Frentz, Wiesbaden)
20. – 22. 3. 2003
Unser Programm zur Leipziger Buchmesse:
20. 3. 2003
Kultur-Träger: Volker Sielaff (Dresden) und Jens
Rosch (Berlin) - “Einsamkeit eines Katers & Allerlei Beschwörungen”,
Poesie & Prosa
Eine verrückte Mischung aus Burroughs und Beat-Sound auf der einen
und östlicher Prägung, auf der anderen Seite.
“Doch ich will nicht den Anschein erwecken, dies sei ein Klagegesang
- zu kostbar ist die Luft meiner Lungen der zitternden Hülle des Abendlichts.”
(Jens Rosch, aus: Lied eines Rennpferds auf dem Weg zum Schlachthof)
“Vielleicht sind die Dichter nicht ohne Schuld. Sie vertrauten ihm
alles an, dem einen Wort, sie stopften ihren Seelenkram da hinein, bis es
sich aufblähte wie ein alter Sack, das Wort Stille.” (Volker
Sielaff, aus: Der Morgen graut zuerst)
"Es macht wirklich keinen geringen Spaß, den selbstbewußten
und unbestreitbar hochtalentierten Dresdner Schriftsteller zu erleben.
Die Gesten, die Mimik, die Intonation sind untrennbar mit seinen Texten
verbunden." (Sabine Michaelis)
"Diese Gedichte fühlen, schmecken, riechen und klingen verblüffend
einmalig!" (Silvia Schulz, Märkische Oderzeitung)
21. 3. 2003
in Zusammenarbeit mit “Books from Lithuania”
(Vilnius)
litauRATURen - Fortsetzung folgt: Gintaras Grajauskas (Klaipeda) und Laurynas
Katkus (Vilnius) - “Tauchstunde zur Knochenflöte”, neue
Lyrik aus Litauen
Gintaras Grajauskas ist der stille Großmeister moderner litauischer
Lyrik. Als Sänger und Bassgitarist in der Funkband "Rokfeleriai",
Mitarbeiter in Radio- und TV-Stationen zeichnet sich seine Sprache durch
eine lakonisch-leichte Melancholie aus, deren unter die Haut gehende Musikalität
und Komposition hierzulande nichts Vergleichbares kennt. Seine Gedichte
wurden ins Englische, Deutsche, Schwedische und Polnische übersetzt.
1993 erhielt er den Gele-Preis für ”Tattoo” (Tatuiruote),
1999 den Preis des Lyrikfestivals ”Frühling der Poesie”
und den Simonaityte-Literaturpreis für ”Knochenflöte”
(Kauline dudele).
Laurynas Katkus studierte Lituanistik in Vilnius sowie Vergleichende Literaturwissenschaft
in Leipzig und Berlin, arbeitete beim Radio, in Verlagen und als Übersetzer,
1998 erschien sein erster Gedichtband ”Balsai, rašteliai”
(”Stimmen und kleine Briefe”). Seine Texte wurden bislang ins
Englische, Deutsche, Slowenische, Polnische und Lettische übertragen,
er selbst übersetzte Hölderlin, Benn, e. e. cummings, Yeats und
Sontag ins Litauische. Katkus ist Mitglied im P.E.N. Er fühlt sich
der Leipziger Literaturszene noch immer verbunden, wie seine jüngsten
Veröffentlichungen zeigen (edit Nr. 29 / Herbst
2002, Lyrikband “Tauchstunden” Edition Erata Leipzig).
Mala Vikaite (Berlin) präsentiert beide litauischen Dichter in deutscher
Übersetzung.
22. 3. 2002
dichter Dialog: Gertrud Katzenstein (Berlin) und Viktor
Kalinke (Leipzig) – „Die Ohren der Landschaft & aus der
Ferne ruft Ariadne“
“Ruf an den höchsten Gott, daß mit Vergessen er uns versieht.
Ich, die Nachtigall, will singend lieben...” (Gertrud Katzenstein,
aus: Philomelas gesticktes Lied, nach Ovid)
“Ungesagtes : angerissen : weite : geöffnete Landschaft des Tagebaus
: zerklüftet, von Kohle schwarz bestäubt : zum vorsichtigen Gehen
anhaltend : sprechen wir ungestüm : schlagen uns die Worte um den Kopf
: damit wir uns nicht aus den Ohren verlieren : wenn wir uns trennen vorm
Abend.” (Viktor Kalinke, aus: Die Ohren der Landschaft)
Gertrud Katzenstein studierte klassischen Gesang in Dresden und Altphilologie
in Berlin, Arbeiten: Libretti, Übersetzungen (z.B. die Catull-Gedichte),
mehrere CD-Einspielungen u.a. mit C. René Hirschfeld („Satyren“,
„Lieder & Sonette“, „Spanische Lieder“, „Bis
ein anderer kommt...“)
„Erotisch pralle Texte, in denen sich die Elemente gegenseitig steigern,
hochdramatisch und bisweilen spöttisch.“ (Detlef Gojowy)
„Bestechende lyrische Gestaltungskraft.“ (Nationalbibliothek
des deutschen Gedichts)
Viktor Kalinke, Autor und Übersetzer aus Leipzig, Gewinner des Kreativitätspreises
der Hans-Sauer-Stiftung, liest aus den Bänden “Indianer im karierten
Hemd”, “Die Kunst : den Ort zu finden” und “Herbst
auf Sumatra”: balancierend zwischen Entrücktheit
und irdischer Lust, entfalten die Texte eine Fülle sinnlicher Szenerien
und steigern mit ekstatischen Zwischentönen die Intensität
des Erotischen, ohne plakativ zu werden
22. 3. 2003, 20 Uhr
Zeitgeschichtliches Forum
Thomas Böhme liest aus „Schwarze Archen“ – Prosa
Moderation: Ulf Heise
„Böhmes Erzählungen handeln von nachgerade märchenhaften
Figuren und Vorgängen. Es liegt nahe, sie als Parabeln jener Erfahrungen
zu sehen, die ein 1955 in Leipzig geborener Autor zu machen hatte. Bemerkenswert
daran ist aber nicht so sehr die surrealistische Einkleidung als vielmehr
der humoristische, gelegentlich melancholisch gebrochene Ton, in dem sie
gehalten sind, und die in ihm sich dokumentierende Bereitschaft, die Welt
ohne Bitterkeit zu sehen. Gleich, wovon Böhmes Erzählungen handeln
- eine große Heiterkeit geht von ihnen aus, getragen wohl von einem
neugierigen und bewundernden Blick auf die überraschende Vielfältigkeit
und Abenteuerlichkeit des Lebens.“ (Helmuth Kiesel, Frankfurter Allgemeine
Zeitung)
„Seine Etüden im Phantastischen haben Vertrauen gefasst in den
‘traumtänzerspürsinn’: zuverlässig führen
sie aus anheimelnden Topographien in unsicheres und gefährdetes Traumtänzergelände.
An solchen Rändern der Wirklichkeit verlässt sich die traumerprobte
Prosa Thomas Böhmes bedenkenlos auf ihre märchenhaften Eingebungen
und fasst Haarrisse im Bewußtsein mit anrührenden Bildern ins
Wort. Der Text rührt an ein Tabu, ohne es zu brechen, und kontakariert
eine verbotene Sehnsucht, ohne sie blosszustellen.“ (Roman Bucheli,
Neue Zürcher Zeitung)
„Thomas Böhme spürt den Morbiditäten falsch verstandener
Männlichkeit nach, die er im gleichen Atemzug zu rehabilitieren versucht.
Seine Geschichten - aus der Perspektive des Träumenden erzählt,
des Reisenden, der sieht, ohne sich vom Fleck zu bewegen - bergen eine soziale
Radikalität, die sich als philosophischer Science fiction verstehen
läßt. Der Leser scheitert an dem Versuch, sich in der Idylle
einer untergegangenen Welt gemütlich einzurichten. Nicht zuletzt nimmt
er die Spielregeln des routinierten Literaturbetriebes satirisch aufs Korn.“
(Viktor Kalinke)
25. 4. 2003 bis 6. 6. 2003
Kati Küstner: Narragramme - Arbeiten zu Trixter
und den Grimmschen Märchen
Spezifisch für die als “Narragramme” bezeichneten Grafiken
und Malereien von Kati Küstner sind erzählerische Techniken. Im
Zentrum des “Trixterzyklus” steht die Schelmenfigur der nordamerikanischen
Indianer. Der Trixter wandert, als Schöpfer und Zerstörer zugleich
durch die Welt. Lebenskraft spendend und verweigernd, ist er der Betrüger,
der selbst immer betrogen wird. In den Episoden der Acryltafelbilder verwandelt
er sich als Mensch, Rabe oder Steppenwolf. Gelächter, Humor und Ironie
durchpulsen die Arbeiten.
Der neueste Zyklus “Aber Großmutter, was hast du für ein
entsetzlich großes Maul!” spiegelt die schöpferische Auseinandersetzung
der Künstlerin mit Geschlechterbeziehungen in der Kinderliteratur wider.
Diese Werke sind in der für Kati Küstner spezifischen Spachteltechnik
in Acryl, zum Teil in großformatigen Tafelbildern gearbeitet. Spröde,
doch zugleich höchst poetische Grafiken zeigen die acht Radierungen
zu den Bremer Stadtmusikanten.
10. 5. 2003, 18 Uhr 30
Schloß Falkenhein
Viktor Kalinke (Leipzig): „Die Kunst : den Ort zu finden“ und
neue, unveröffentlichte Texte
Anläßlich der Frühjahrs-Ausstellung mit Arbeiten von Gabi
Francik und Katrin Kunert (beide Leipzig) im Herrenhaus Falkenhain trägt
Viktor Kalinke in einer „Stufenlesung“ auf drei Etagen lyrische
Texte zu den Bildern vor. Auf der ersten Stufe behandeln sie Schwierigkeiten
eines Textmenschen beim Aufenthalt in Bildwelten. Auf der zweiten Stufe
kramt Viktor Kalinke in seinem Fundus nach poetischen Entsprechungen zu
einzelnen Werken der beiden Künstlerinnen, um auf der dritten Stufe
Arbeiten zum Besten zu geben, die von den Bildern inspiriert wurden. Im
Anschluß spielt das mdr-Streichquartett Werke von Felix Mendelsohn-Bartholdy,
Sulchan Zinzadse und Franz Schubert.
13. 6. 2003 bis 17. 7. 2003
Michael Goller (Chemnitz): Labyrationen – Malerei
Vernissage mit Buchpräsentation, Musik und Versteigerung
Es liest: Mike Wassermann
“Michael Gollers Kunst ist beeinflußt von skriptual arbeitenden
Künstlern wie auch von expressiver Malerei. Als Bewunderer des Medienzeitalters
und professionell im Umgang mit den neuen Medien ist er trotzdem leidenschaftlicher
Maler. Bei der Verbindung von Schrift und Bild, die Michael Goller in zahlreichen
Werken anstrebt, spielen die Aspekte des Miteinanders, der Vernetzung und
der Kommunikation eine wesentliche Rolle. Die beste Wirkung seiner Bilder
liegt in einer Synthese aus Wort und Bild. Michael Goller geht es bei seiner
Malerei nicht um das Zufällige, sondern um die konkrete Form als das
eigentlich Charakteristische und Symbolische am Bild. Was bedeutet das alles?
Versucht der Künstler nicht auch gelegentlich, sein Unterbewußtes
auf die Realität zu projizieren? Viele Dinge, die wir in diesen Bildern
zu erkennen glauben sind wahrscheinlich Sinnzeichen: die Andeutung von Behausungen,
der belaubte Baum, Felsen (oder Fragmente von Hochhäusern?). Auch die
Schriftzeichen, mit denen Michael Goller auf oft seltsame Weise seine Bilder
zusätzlich dekoriert. Diese typographischen Symbole dienen Michael
Goller zum besseren Verständlichmachens seines bildhaften Denkens.
Daß Michael Goller seine Bilder in letzter Zeit manchmal in Serien
schafft erscheint folgerichtig. Sein Temperament lebt auf in der Farbe.
Er trägt sie vehement und doch überlegt, mit gezügelter Energie
auf um den Inhalt, der ihm immer wichtig ist, maximal vermitteln zu können.
Goller hinterläßt auf der Leinwand Spuren und Gesten, Andeutungen
von Figürlichem, scheinbar flüchtige Notizen und eingearbeitete
Fundstücke unseres schnellebigen technoiden Zeitalters. Seit einiger
Zeit durchläuft Michael Goller die dramatischer Entwicklung expressiver
Malerei. Seine starken und symbolbeladenen pastosen Malereien sind von besonderer
Hintergründigkeit.” (Bernd Weise)
6. 7. 2003, 11 Uhr
Peterskirche Erfurt
Das Forum Konkrete Kunst präsentiert
Peter Hankel, Seligenstadt: „Die Modulvariationen – mein Konkretes
Bilderbuch“
Begrüßung: Heidi Bierwisch, Projektleitung
Eröffnungsvortrag: Dr. Torsten Klemm, Leipzig
19. 9. - 21. 9. 2003
Künstlerbuch-Messe Chemnitz
im Wasserschloß Klaffenbach: Präsentation des Verlages und Lesung
mit Viktor Kalinke aus “Herbst auf Sumatra”
9. 10. - 14. 10. 2003
Frankfurter Buchmesse
Präsentation der Werke “Das verborgene Gesicht Rußlands”
von Lev Silber, “In der Mitte der Peripherie” von Mark Rozov
sowie “Neue russische Kunst” von Nina Mordowina in der Ausstellung
Books on Russia
17. 10. - 21. 11. 2003
Hitch (Berlin): Industriefotografie
Die Fotografien wurden in Deutschland und während zahlreicher Auslandsaufenthalte
in Südostasien, Europa, USA, Kanada, Island, China und Nordafrika aufgenommen
und sind nicht nachträglich computermäßig bearbeitet. Die
Arbeiten gewähren Einblicke in Industrieanlagen, die zum Teil schon
zerfallen oder abgerissen sind. Die Faszination an geometrischen Strukturelementen
offenbart sich sowohl an den postindustriellen Architekturbildern als auch
in geheimnisvoll wirkenden Nahaufnahmen von Oberflächen, deren Gegenstand
sich erst auf den zweiten Blick enträtseln läßt.
25. 10. - 2. 11. 2003
Buchschau auf der Ulmer Herbstmesse
Der Börsenverein des deutschen Buchhandels / Landesverband Baden-Württemberg
präsentiert unsere Neuerscheinungen in Ulm.
21. 11. 2003, 20 Uhr 30
“Was interessiert uns das Publikum... Anspruch
oder Quotenjagd?“
Janina Fleischer, Volly Tanner & Viola Stockmann laden ein zum 5. couraLon
27. 11. 2003
EIN-BLICK: 5 Jahre Edition Erata (3 Jahre Galerie) -
55 Buchproduktionen
Die Gäste sind eingeladen, sich mit ihren Beiträgen einzubringen.
Autoren können ihre Texte vortragen, Musiker ihre Kompositionen, Maler
und Graphiker können ihre Mappen mit den neuesten Arbeiten herumreichen.
Galerie + Verlag verwandeln sich für einen Abend in eine Kontakt- und
Ideenbörse. Gezeigt werden außerdem – nur an diesem Abend
– ausgewählte Werke der Sammlung ERATA.
28. 11. 2003, 18 Uhr
Moritzbastei Leipzig
Abschlußabend der “Literarischen Woche”: Verlagspräsentation
mit Kati Küstner, Christiane Franke und Viktor Kalinke
5. 12. 2003, 18.00 Uhr
“Im Kreis”
Buchpremiere mit Uta Hauthal (Dresden) & den „femmes vocales“
Eine Dreiecksgeschichte, nichts Ungewöhnliches. Andreas Herwig, Fernsehjournalist,
Anfang Vierzig, ist in Mustern steckengeblieben, die sich fortlaufend wiederholen.
Beruflicher Erfolg paart sich mit einer zerriebenen Ehe. Seit Jahren flüchtet
er sich in kurzlebige Leidenschaften. Die einzige, die ihm das Heimkommen
leicht macht, ist die 5jährige Tochter Ricarda. Plötzlich taucht
in der Erinnerung sein Bruder auf, der als Kind gestorben war - und alles
verändert sich. - Uta Hauthal erzählt packend und sinnlich die
Geschichte eines Mannes, der glaubte, daß ihm die Welt zu Füßen
liege, und erkennen muß, daß sein berauschendes Selbstgefühl
nur eine Flucht vor sich selbst und seiner familialen Verstrickung ist.
19.30 Uhr
Alla Nesterova & Mark Rozov (Moskau, Hannover): Grafik
und Fotografie, Buchpremiere
”Mark Rozov nutzt die Fotografie nicht als Abbild tatsächlicher
oder inszenierter Realitäten, sondern als Medium für surrealistische
Fantasie- und Traumsujets.” (Ulrich Schönborn)
18. 12. 2003
Sung Hee Kim (Klavier): spielt Werke von Beethoven, Chopin,
Liszt und Improvisationen nach koreanischen Motiven
Sung Hee Kim, geb. in Seoul, Sung Hee Kim, geb. in Seoul, war von 1975 bis
1979 an der National-Universität Seoul Schülerin von Jihoo Chung,
Ungyong Kang und Seok Kim. Von 1979 bis 1983 studierte sie an der Musikakademie
Detmold bei Prof. E. Besch und am Konservatorium Amsterdam bei Prof. Haitsuiker.
Sie hat Lehraufträge für Klavier an den Universitäten Taegu
und Seoul inne und war bereits in Seoul, Kwanju, Bloomington, Miami, Düsseldorf,
Heide, Mainz und München mit Solo-Konzerten zu hören. Zu unserem
vorweihnachtlichen Galerieabend spielt sie 32 Variationen c-moll (WoO 80)
und die Sonate Nr. 23 f-moll Op. 57 von L.udwig van Beethoven, die Ballade
1 g-moll und Ballade 4 f-moll von Frédéric Chopin sowie La
Campanella von Franz Liszt
23. 1. 2003, 21 Uhr
6. couraLon
Viola Stockmann, Volly Tanner & Janina Fleischer LADEN ANFANG JANUAR
EIN (keine öffentliche Veranstaltung!)
25. 3. 2004
Marion Quitz: Zweisamkeit im Neonlicht (Lesung, Musik und Vernissage)
Die Leipziger Malerin Marion Quitz stellt ihr neues Buch vor. Darin sind
nicht nur ihre aktuellen Zeichnungen enthalten, sondern erstmals auch eigene
Texte.
"Es gibt kein Richtig und Falsch, kein Yin und Yang, kein Tag und Nacht
in Marion Quitz' Arbeiten. Sie sind frei von dichotomen Vereinfachungen
und offen, eine Vielzahl von Lebensvorkommnissen, die in Form von Fabeln
und Phantasien bildhaft codiert sind, stumm zu erzählen. Die Literatur,
hier erstmals mit eigenen Texten vertreten, bietet Marion Quitz Anstöße
zum Dialog, von dem aus sie immer wieder in die Einsamkeit des Monologs
zurückkehrt und ganze Familien metaphysischer Figuren erfindet: Tiere
und Mischkreaturen, die in der Verrücktheit ihrer Zusammenstellung
die Schwierigkeiten bezeichnen, die mit Begehren, Freundschaft, Zerwürfnis,
Brüchigkeit und Anerkennung einhergehen. Mann und Frau diffundieren,
ihre Grenzen lösen sich in Marion Quitz' Welt auf. Ihr Hauptthema bleibt
die 'kulturelle Kluft' zwischen beiden Geschlechtern, über die Worte
keine Brücke schlagen können, um einander zu erreichen. Allein
der Körper und der Traum sind imstande, in einen Austausch zu geraten,
der die Schattenhaftigkeit der Begegnung übertrifft." (Viktor
Kalinke, in: Ostragehege 33, 1/2004)
26. 3. 2004
Viktor Kalinke: Wie ich Amerika entdeckte. Maya terrestris
Die Mexiko-Texte von Viktor Kalinke schärfen historisches Bewußtsein
und magische Vorstellung. Sie schlagen eine Brücke zwischen Geschichte
und Gegenwart, ihre Eindringlichkeit holt die vergessenen Seiten der Konquista
ans Licht. Ergänzt um Zeichnungen von Marion Quitz, die in ihrer Surrealität
die geistige Welt der Maya beschwören, entsteht ein faszinierendes
Künstlerbuch.
26. 3. 2004, 20:30
Yvette K. Centeno, deutsch von Markus Sahr: Im Garten
der Nußbäume. Ein Roman
Portugal vor und nach der Revolution, beschrieben zuweilen mit dem zornigen
Gestus einer Erzählerin, die wünschte, daß “jeder
Buchstabe tötete statt tot zur Erde zu fallen”. Zugleich skizziert
der Roman das Innenleben der Figuren, ihren latenten Wahnsinn, ihre Leidenschaft,
ihr Verlangen. Markus Sahr, mit der Prosa Yvette K. Centenos seit vielen
Jahren vertraut, stellt seine jetzt erschienene deutsche Übersetzung
vor.
27. 3. 2004
Sergej Birjukov (Moderation: Mala Vikaite): "Dlja
golosa i slucha" ("Für Stimme und Gehör") - Eine
Performance
Der Dichter, Lautpoet und Literaturwissenschaftler Sergej Birjukov stellt
sein neues, in der Edition Erata erschienenes Buch „Jaja ~–
Dada oder die Abschaffung des Artikels“ vor. Lesung und Performance
in deutscher, russischer und Transrational-Sprache. Gemeinsame Improvisation
mit seiner Tochter Elizabeth Birjukova (Querflöte), Studentin an der
Hochschule für Musik und Theater Felix Mendelssohn Bartholdy Leipzig.
Außerdem erklingen die Werke Sequenza von Luciano Berio und Voice
von Toru Takemitsu.
23. 4 2004 bis 4. 6. 2004
Lutz Naumann (Leipzig): „Horizonte“ (Kreide)
Naumanns Bilder abstrahieren die sich stets ähnelnden Motive, ohne
dabei allerdings den verbindlichen realistischen Blick zu verlieren. Sie
sind realistisch, ohne die nötige Abstraktion zu vernachlässigen.
Vordergründig still und zurückhaltend, kann man sie doch nur bei
oberflächlicher Betrachtung als naturbezogene Genremalerei bezeichnen.
Diese Bilder, oft in zwei leuchtenden, kontrastierenden Farben gehalten
(blau/ grün; schwarz/ weiß; grau/ gelb; schwarz/ rot etc.) zeichnen
nur sehr spärlich Konturen. Sie wirken flächig. Dabei liegen die
Farbblöcke wie Kontinentalplatten aufeinander, jederzeit bereit, ein
Beben im Betrachter auszulösen. Diese Bilder sind ohne Zweifel schön.
Aber sie tragen lächelnd etwas in sich, das in Sekunden harmoniesüchtige
Illusionen zerstören kann. Sie sind in diesem Sinne hintergründig,
philosophisch. Sie sind Variationen des immer gleichen Themas.
"Ich hielt sie in der Hand, diese kleinen verletzlichen Blätter
in seiner Mappe. Auf den ersten Blick verwunderte mich das bescheidene Format.
Der zweite Blick erfasste die leuchtenden Farben, der dritte das Eigentliche:
Das Motiv. Wieder stand ich da, ich erkannte das Gefühl sofort. Diese
Blätter zogen mich an. Ich spürte den Sog. Wieder hatte es mich:
diese Weite, diese berauschenden Farben. Gerüche. Geschichten. Das
konnte mich glatt rauskatapultieren aus dem nasskalt-zugigen Geschachtel
der Stadt. Ich bin gewiss und nachweisbar kein Freund von Superlativen.
Diese Zeit lebt davon und damit bis zum allgemeinen Überdruss; und
ich finde, es ist auch deshalb nicht unbedingt eine gute. Aber Naumanns
Bilder sind einzigartig." (Dirk Bierbaß)
zur Vernissage liest Dirk Bierbaß (Halle) aus "Ausschankschluss"
"Süffig-herbe, robust zupackende Parlando-Gedichte, nichts beschönigen."
(Theo Breuer)
„Die Haltung der Gedichte ist lakonisch, provokant und anarchisch,
Veränderung wollend, aber nur die Axt sehend, mit der man in ‚der
Commerzbank am Markt für Stimmung sorgen’ will. Normen und Konventionen
haben sich bis zum Überdruss überlebt und werden rücksichtslos
verdrängt; nur bringt das Ausleben bei Zigaretten, Alkohol und Frauen
keine Erfüllung. Schönheit ist ihm suspekt, denn viel Hässliches
versteckt sich hinter ihr." (Rüdiger Bernhardt)
9. 5. 2004, Akademie der Künste Berlin
Wir freuen uns, daß unser Autor Thomas Kunst den
diesjährigen F.-C.-Weiskopf-Preis der Akademie der Künste erhält.
In der Begründung der Jury heißt es: "Die Dichtungen und
lyrische Prosa
Thomas Kunsts zeichnen sich durch opulente Bildphantasie, durch eine hohe
Musikalität der Textkomposition und Wortmagie aus. Wie kaum ein anderer
in der deutschsprachigen Gegenwartsdichtung perfektioniert dieser Lyriker
seit seinem Debütband 'Besorg noch für das Segel die Chaussee'
(1991) die Kunst, prägnante thematische Durchführung, kontrapunktisch
gesetzte Störfiguren und fintenreiche Materialvariation in raumgreifende
Ligaturen einzubinden. Thomas Kunst kombiniert mit Vorliebe kindheitsferne
Bilder mit unmittelbarer Wahrnehmung und Projektionszeichen, die oft in
südliche Gestade verführen, zu einem ebenso sprachverspielten
wie sprachskeptischen Imaginationsgewebe."
Thomas Kunst, 1965 in Stralsund geboren, lebt in Leipzig und war 2003
Stipendiat der Villa Massimo in Rom. Er hat bisher vier Gedichtbände
und
zwei Romane veröffentlicht. 2003 erschien sein Hörbuch REIN THEORETISCH
ADIEU in der Edition Erata (Leipzig).
Der mit 5.000 Euro dotierte F.-C.-Weiskopf-Preis wird alle zwei Jahre an
Autoren sprachkritischer und -reflektierender Werke verliehen. Die
Preisverleihung findet am 9. Mai 2004 in Berlin statt. Die Laudatio hält
Peter Geist.
28.-29. 5. 2004, Lwówek Slaski
Die Literarischen Arena e.V. (Dresden) lädt Sie
herzlich ein zum Besuch der EUROPATAGE 2004.
Das Projekt „Vademecum - Begegnungen auf niederschlesischem Boden”
dient dem Austausch von Autoren und Künstlern der drei benachbarten
Länder, Deutschland, Polen und Tschechien.
Freitag, 28.05.2004, 19:00 Uhr
Galeria Mieszczanska, Stary Ratusz, Rynek (Altes Rathaus
auf dem Markt, Galerie): Eröffnung, Begrüßung, Benefizkonzert
Samstag, 29.05.2004, 10:30 Uhr
Dom Vademecum (Lwówek Slaski ul. Wl. Reymonta
17)
Begegnung im Dom Vademecum, „sonare”, Anklänge an Orpheus
ab 16:00 Uhr
Stary Ratusz, Rynek (Altes Rathaus auf dem Markt):
Literarischer Marathon mit musikalischen Zäsuren
Beteiligte Autoren und Musiker:
Urszula Koziol (Wroclaw) , Anna Janko ( Warschau), Maciej Cislo (Warschau),
Renata Maria Niemierowska (Wroclaw), Marek Sniecinski (Wroclaw), Wojciech
Izaak Strugala (Lwówek slaski), Libor Martinek (Opava), Bettina Eberspächer
(Neckargmünd), Richard Pietraß (Berlin), Helmut Ulrich (Berlin),
Viktor Kalinke (Leipzig), Ulf Großmann (Dresden), Inger Kock (Dresden),
Peter Gehrisch (Dresden), Georg Wieland Wagner (Marimbaphon und Klavier,
Dresden), Eleonora Gehrisch (Gesang, Dresden)
11. 6. 2004 bis 16. 7. 2004
Roman Manewitch (Skulptur) & Anatoli Tanel (Malerei)
“Paarsein ist das Leitmotiv der Mythologie Tanels Malerei. ER und
SIE - wie Adam und Eva die Idee der Versuchung, Othello und Desdemona die
Idee der Eifersucht, Zentauer und Jungfrau die Idee der Wollust verkörpern,
sind alle anderen Nuancen des Instinktes Verlangen zu sehen. Es ist unmöglich
die ironische Intonation seiner Improvisationen nicht zu
erkennen. Die Betrüblichkeit dieser Ironie zeigt sich schwerelos und
am besten in den Gedanken der Liebe eines Wesens: zwei Flügel, zwei
Augen und zwei Köpfe eines Schmetterlings. Das Symbol eines schönen
Augenblicks, eine flackernde Kerze der Verlorenheit bezaubert
und betrübt uns. In Anatoli Tanels Überzeugung ist die
Liebe ein vorübergehendes und flüchtiges Gut. Sie braucht zuviel
Freiheit, als dass wir ihr Wesen fassen könnten.” (Ludmila Manevitch)
25.06.2004, 20:30 Uhr
7. couraLon
Janina Fleischer, Volly Tanner & Viola Stockmann laden ein (geschlossene
Veranstaltung)
28. 8. 2004, 20 Uhr
WEISSENFELS
NOVALISSTRASSE 13
Lesung mit Viktor Kalinke (Leipzig): Über Flüsse und Pflanzen
„Wie lange / noch dienst du mir / Natur / zum Gleichnis ...“
Ein lyrischer Querschnitt
im Rahmen des Kunstprojekts „BRAND - SANIERUNG“
8. 10. 2004
Ausstellungseröffnung: Daniel Grunewald (Leipzig):
Der Kopf des Architekten (Zeichnungen)
Daniel Grunewald vereint zwei Talente, die bildenden Künstlern nur
selten gleichermaßen gegeben sind: Sicherheit des Strichs und skurril
anmutende, gedankliche Tiefe. Letztere mag von Kafka oder Borges inspiriert
sein – sie läßt auf weitergehende Überraschungen hoffen.
Buchpremiere: Tanja Heinze liest aus ihrem Debüt „Der Schnee
des letzten Sommers“ – mit Illustrationen von Daniel Grunewald
Diese Geschichte ist ein Psychogramm. Und sie ist ein Roman. Johannna führt
ein geliehenes Leben. Die Unfähigkeit, Glück und Lebensfreude
in sich selbst zu finden, verführt sie immer wieder, sich anderen Menschen
anzuschließen. Zweierbeziehungen mißlingen. Die Realität
wird zum fortwährenden Selbstbetrug, die Erzählerin zum Produkt
ihrer Umwelt. Sie spiegelt in ihren Gedanken eine Gesellschaft, die per
eMail kommuniziert, kaum noch wirkliche Begegnungen zuläßt und
an ihrer Modernität notwendigerweise erkranken muß.
12. 11. 2004
Udo Haufe (Dresden): „Die Unendlichkeit der Jahresringe“
- Druckgraphik
„Udo Haufe ist ein Sammler. Geht der Dresdner Künstler spazieren,
so kommt er nicht selten mit riesigen Holzstücken nach Hause zurück,
färbt sie ein und drückt sie aufs Papier. Entdeckt in der so sichtbar
gemachten Struktur einen Mond, einen Tunnel aus Licht, den Himmel überm
Meer. Setzt Stücke aus Packpapier dazu und beginnt, Geschichten zu
erzählen. Da steht eine hohe Königsgestalt stolz und aufrecht
vor aufgewühltem Himmel, reichen sich zwei schlanke Liebende die Hände,
segelt ein Boot einsam übers Meer. Zarte Kunstwerke entstehen auf diese
Weise, die in jedem Betrachter eine andere Assoziation hervorrufen. Zufällig,
so sagt Haufe, sind die meisten entstanden - Überraschung ist nicht
selten auch für ihn das erste Gefühl beim Betrachten. „Mir
ist wichtig, daß man das Material sieht, mit dem ich arbeite“,
erklärt Haufe, wieso er sich für Druckplatten aus Holz entschieden
hat, die ihre Lebensspuren auf dem Papier hinterlassen. „Ich schaue
zuerst, was die Platte schon mitbringt“, sagt er, „habe Respekt
vor dem Material als Lebewesen.“ Nur vorsichtig greift er deshalb
nach dem Druck noch in die Struktur ein, verstärkt die Linienführung
oder setzt eine einsame Figur dagegen.“ Birgit Andert
Zur Vernissage liest die Autorin Gesche Blume „Lilith im blauen Kleid“,
„Jeunesse dorée“, „Orangen essen“ –
Texte mit einer eigenartigen Balance zwischen wiederaufgegriffenen Andeutungen
und überraschenden Wendungen, ohne Schnörkel. Was, wenn der Rest
einer geschälten und halb gegessenen Orange in den Rinnstein geflossen
ist? Oder Vanilleeis. Was, wenn das Garn einer weiten Frauenhose es aufsaugt.
Und die Trägerin es nicht merkt, nicht so wie jener, der schon nachgeschaut
hat, wo sie entlang gegangen ist? Und der vergisst, dass er Tomatensuppe
bestellt hat, während er noch in die rote Farbe vertieft ist, am Fenster
sitzt, vor dem es weiter regnet? Facettenreiche Alltagssituationen, in Nichts
aufgelöst, das sind die Erzählungen von Gesche Blume – denn
in einem Zeitalter der Auflösung leben wir. Dekadenz, hätten ihre
Figuren gern gesagt. Gesche Blume behauptet von sich, sie sei schon im Koma
auf diese Welt gekommen und seither nicht mehr wirklich erwacht. Nun reist
sie, gekleidet im Stil des fin de siècle, umher und trägt sinnliche
Texte vor. Als Hommage oder Parodie, ganz wie Sie wünschen, denn: das
Klischee ist der einzige Zugang zum Klischee.
Katrin Vogel (piano), Torsten Pfeffer (perc) und Tobias Klich (git) spielen
Sätze von J. S. Bach und eine Improvisation zu Steve Reich „Clapping
music.“
10. 12. 2004 bis 28. 2. 2005
Tatiana Petkova (Plovdiv, Leipzig): „QUERBEET“
Druckgraphik, fotoshapes, Videosequenzen
Quaderförmiges wölbt und dellt sich zur Höhle, Türöffnungen
fließen ins Offene, Gesichter mutieren zur Landschaft. Petkovas
Graphiken bergen eine heftige, expressive Linienführung, unbändige
Energie und geheimnisvolle Details. Ohne Unterlaß fordert
die Künstlerin auf zur “Befragung unserer Existenz”
(Peter Guth). Die Ausstellung zeigt erstmals Petkovas Auseinandersetzung
mit fotografischen Medien. Zur Vernissage liest die Schauspielerin
Corinna Waidbauer. Außerdem ist Balkan Brass (“Fundstück-Musik”)
zu hören.
2. 2. 2005, 19 Uhr
Finnland-Institut Berlin
Buchpremiere: Pentti Saarikoski: TIARNIA 1 - 3
Der Tiarnia-Zyklus, eine Folge von drei Gedichtbänden, liegt erstmals
komplett in deutscher Sprache vor. Das Buch wird von den Übersetzern
Richard Semrau und Sabine Fahl erstmals vorgestellt.
3. 3. 2005, Eickelborn (Lippstadt), 10 bis 16 Uhr
20. Eickelborner Fachtagung zu Fragen der Forensischen
Psychiatrie: „Was wirkt?“
Workshop mit Dr. Torsten Klemm: Selbstkontrolltraining für körperliche
und sexuelle Gewalttäter – Grundlagen und Methoden
17. bis 20. 3. 2005
Stand B317, Halle 5
Besuchen Sie uns auf der Leipziger Buchmesse!
Auf sieben Veranstaltungen und an unserem Stand – dieses Jahr nicht
mehr beim Gemeinschaftsstand des Börsenvereins, sondern an einem eigenen
Stand im Bereich „Buch + Kunst“ – können Sie uns
kennenlernen, mit uns ins Gespräch kommen und in unsere neuen Bücher
hineinschnüffeln. Viel Spaß!
17. 3. 2005, 13 Uhr
Messegelände, Forum
Halle 3, Stand B403
Tanja Heinze (Wuppertal) liest aus “Der Schnee des letzten Sommers”
Diese Geschichte ist ein Psychogramm. Und sie ist ein Roman. Johannna führt
ein geliehenes Leben. Die Unfähigkeit, Glück und Lebensfreude
in sich selbst zu finden, verführt sie immer wieder, sich anderen Menschen
anzuschließen. Zweierbeziehungen mißlingen. Die Realität
wird zum fortwährenden Selbstbetrug, die Erzählerin zum Produkt
ihrer Umwelt. Sie spiegelt in ihren Gedanken eine Gesellschaft, die per
eMail kommuniziert, kaum noch wirkliche Begegnungen zuläßt und
an ihrer Modernität notwendigerweise erkranken muß.
17. 3. 2005, 19 Uhr 30
Edition Erata
monday shake sharon & pigg präsentieren: “Mondphasen”
(Duplex C-Prints)
Seit 1999 experimentieren Ralph Klement (pigg) & Simona Heilemann (sharon)
an der künstlerischen Umsetzung von Körperbildern, die pornografische
Plattitüden meidet, ohne sich gesellschaftlichen Tabus zu unterwerfen.
Als Resultat entstehen Bilder mit überraschender Tiefenwirkung. Extreme
Beleuchtung und weiche Grauwerte wecken die Lust des Betrachters, sich an
ästhetische Grenzen zu begeben. Klement, dessen Arbeiten auf internationalen
Symposien, auf der Art Cologne, der Art Frankfurt, im Berliner Bundestag
& im Dresdner Landtag zu sehen sind, präsentiert heute ein von
ihm entworfenes Buch, das zu einem Text von Horaz Körperregionen unter
dem Motto “Mondphasen” abbildet.
18. 3. 2005, 14 Uhr
Messegelände, Nordisches Forum, Halle 4, C304
in Zusammenarbeit mit dem Finnland-Institut und der Deutsch-Finnischen-Gesellschaft
Berlin
Pentti Saarikoski: TIARNIA und der Ausklang der finnischen Postmoderne
Der Tiarnia-Zyklus, eine Folge von drei Gedichtbänden, liegt erstmals
komplett in deutscher Sprache vor. Das Buch wird von den Übersetzern
Richard Semrau und Sabine Fahl vorgestellt. Auf der Insel Tjörn geschrieben,
bilden die Texte das Spätwerk des postmodernen Klassikers der finnischen
Poesie. Dieses Buch versammelt Texte von faszinierender Musikalität.
Saarikoski gilt als der Allan Ginsberg Finnlands. Hier hat alles Platz,
was sich sprechen läßt. “Semrau ist es gelungen, einen
deutschen Text herzustellen, über den sich genauso sprechen läßt
wie über das finnische Original.” (Stefan Moster, Dt.-Finn. Jahrbuch)
18. 3. 2005, 15 Uhr
Messegelände, Forum Halle 5, Stand A304
Pentti Saarikoski: TIARNIA und der Ausklang der finnischen Postmoderne
18. 3. 2005, 19 Uhr 30
Edition Erata
Pentti Saarikoski: TIARNIA und der Ausklang der finnischen Postmoderne
19. 3. 2005, 14 Uhr
Messegelände, Forum Halle 3, Stand B403
Peter Gehrisch präsentiert: “Wojciech Izaak Strugala, Phantasmagorien”
Strugalas Dichtung nährt sich von religiöser Empfindung und den
Gründen der Philosophie, den Mythen genauso wie von den naheliegenden
Alltagsdingen, den Widernissen der Zeit, die sein gleichermaßen zu
Leiden und Lobpreisung befähigtes Ich anzuerkennen weiß.
Vom Richtpol der Liebe bewegt, rückt er das Maß des Menschlichen
ins Bild. Der Dichter korrespondiert in seiner Poesie wie kein zweiter polnischer
Gegenwartsautor mit deutschen Klassikern und Romantikern, insbesondere
Hölderlin und Novalis. Für sein Werk wurde Strugala mehrfach ausgezeichnet
(u.a. mit dem Jan-Kochanowski-Preis 1994). Der Übersetzer & Nachdichter
Peter Gehrisch stellt das Buch auf deutsch vor.
19. 3. 2005, 19 Uhr
Spizz-Keller (Am Markt)
Preisverleihung des Hörspiel-Nachwettbewerbs „Auf der Suche“
Der Hörspielsommer e. V. veranstaltet wieder einen Nachwuchswettbewerb
in Kooperation mit der Leipziger Buchmesse. Diesmal heißt das Thema
"Auf der Suche". Die schönsten Stücke werden in einer
gemütlichen Jurte auf der Buchmesse vorgespielt. In der Jury sitzen
u.a. der Preisträger des Vorjahres sowie Vertreter des MDR, des Hörspielsommer
e.V. und der Edition Erata. Der Gewinner wird mit einer Hörbuch-Produktion
in der Edition Erata prämiert.
19. 3. 2005, 19 Uhr 30
Edition Erata
Silvio Pfeuffer: „Tausend Sonnen sind eine vermisste Million“
Pfeuffers am technischen Zeitalter erprobte Sprache legt die Absurditäten
des Banalen bloß. Mann und Frau bleiben bei ihm an Lappen hängen,
die aus Rätseln geschnitten sind, wenn sie Sex auf Skiern machen, sich
moralisch hinrichten, von der Monogamie des Regens doof werden, sich
Orgasmen wie bevormundete Quallen auf den Rücken setzen, sich nur dann
nicht verraten, wenn sie schweigen, und sich gehen lassen, wenn sie sich
nichts angehen.
20. 3. 2005, 15 Uhr
Polnisches Institut
Peter Gehrisch präsentiert: “Wojciech Izaak Strugala, Phantasmagorien”
22. 4. 2005
Grafik zur Literatur
Die Schriftsteller Ralph Grüneberger & Manfred Jendryschik zeigen
Werke aus ihren Privatsammlungen. Zur Vernissage liest Peter Gosse aus "Neles
Selen", Beiträge zur bildenden Kunst.
30. 4. 2005, 11 Uhr
Kloster St. Marienthal, bei Görlitz
Torsten Klemm: “Hat Gewalt ein Geschlecht?”
Vortrag im Rahmen der gewaltpräventiven Fortbildung des Deutschen Kinderschutzbundes
30. 4. 2005, 19 Uhr 30
Gut Haferkorn, bei Leisnig
Viktor Kalinke: “Die Kunst : den Ort zu finden” - Liebesgedichte
und Kurzprosa
Kalinkes Texte balancieren zwischen Entrücktheit und irdischer Lust,
sie entfalten eine Fülle sinnlicher Gesten und Szenerien.
(im Rahmen des “Sächsischen Literaturfrühlings”)
5. bis 7. 5. 05
Minipressen-Messe Mainz
Verlagspräsentation am Stand
10. 5. 2005, 20 Uhr
Die Leidenschaft des Sammelns
Lesung und Gespräch mit Ralph Grüneberger und Manfred Jendryschik
(im Rahmen des Sächsischen Literaturfrühlings)
23. 5. 2005, Haus des Buches, 20 Uhr
Gesche Blume liest aus „Lilith im blauen Kleid“
Verlagspräsentation zu den Autorengesprächen
27. bis 29. 5. 05
Kunstmesse Halle
20. 6. 2005, 19:30
Polnisches Institut
Herkus Kuncius liest aus „Ornament“, deutsche Übersetzung:
Mala Vikaite
Herkus Kuncius, geb. 1965 in Vilnius, ist ein lustvoller Provokateur gegen
litauische / literarische Konventionen. Er nutzt in seiner Prosa die Mittel
der Parodie und Negation, bedient sich freizügig am kulturellen Fundus
der Welt. Für manche ist er ein Vergewaltiger, für andere der
radikalste Erneuerer der litauischen Literatur, der die christliche Kultur
ihres Sinns entwertet und entleert, der Zweifel weckt an der kommunikativen
Macht der Literatur überhaupt.
21. 06. 2005, 19 Uhr
Ausstellungshalle, Schulstrasse 1A, Frankfurt am Main,
Baltikum am Main
Ausstellungseröffnung: „Das Land und das Ich“, Fotokunst
aus dem Baltikum
Ramune Pigagaite (geb. 1966) aus Litauen hat mehrere Fotoserien über
das ländliche Leben in ihrer Heimat geschaffen, die ihr auch in Deutschland,
wo sie seit 1992 lebt, Renommee eingebracht haben. Bei der Ausstellungseröffnung
stellt sie ihren gerade in der Edition Erata erschienenen Fotoband "Dorfbewohner
MORTE" vor.
Begrüßung: Hartmut Holzapfel, MdL, Vorsitzender des Ausschusses
für Wissenschaft und Kunst im Hessischen Landtag
22. 6. 2005, 20 Uhr
Literaturhaus, BOCKENHEIMER LANDSTRASSE 102, Frankfurt
am Main
Lesung: Die Sprachen und Literaturen des Baltikums: Herkus Kuncius liest
aus „Ornament“
